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Welche Auswirkung hat das Wahlergebnis in Ägypten mit den beiden führenden Parteien Muslimbrüder und Salafisten?

Nach den ersten freien Parlamentswahlen in Ägypten nach 30-jähriger Diktatur scheinen die Islamisten den Sieg davon zu tragen. Nach ersten Ergebnissen kommt die Muslimbrüderschaft mit ihrer Freiheits- und Gerechtigkeitspartei auf 49 Prozent der Stimmen. Etwas überraschend werden sich vermutlich die radikalislamischen Salafisten mit 20 Prozent der Stimmen den zweiten Platz sichern. Im Westen, der über den „arabischen Frühling“ in eine wahrhafte Euphorie für die Wahl fiel, war der Aufschrei groß: Die Islamisten würden die Revolution „stehlen“ und Ägypten zu einem zweiten Iran machen, lauteten die gängigen Befürchtungen. Doch dies wird wohl nicht der Fall sein, denn die Struktur Ägyptens ist völlig anders.

Koalitionsbildung und gesellschaftliche Entwicklung bestimmen die Zukunft
So hat die Muslimbrüderschaft noch nicht einmal geklärt, mit wem sie eine Koalition schmieden möchte, um das Land künftig zu führen. Die Vermutung, sie werde sich mit den Salafisten zusammentun, weil beide Parteien laut ihres Programms den „Koran besser umsetzen“ möchten, greift zu kurz. Ägypten ist ein Land der gesellschaftlichen Veränderungen. Stetig entstehen mehr Gewerkschaften. Den Verantwortlichen wird klar, wie wichtig der Tourismus für die Wirtschaft ist und nicht zuletzt spricht auch das Militär, dass stark in die westliche Welt eingebunden ist, ein gehöriges Wort über die Zukunft mit. Ägypten wird sich deshalb vermutlich eher an dem türkischen Modell orientieren, um so alle wichtigen Interessen zu integrieren.

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