Holozän - Prädynastische Zeit
Das Zeitalter des Holozän
Holozän in Ägypten auf einem Blick:
- starke Überschwemmungen des Nilufers
- daraufhin Abwanderung der Menschen in Ebenen
- Anbau von Getreide als Nahrungsquelle
- Domestizierung von Vieh
- Fischerei
- Grabbeigaben für Männer reichhaltiger als für Frauen und Kinder
- Waffengebrauch
- Keramikherstellung und Nutzung
Das Zeitalter des Holozän, der Warmzeit, folgt unmittelbar dem Zeitalter des Pleistozän und liegt im Quartiär, der jüngsten Zeitepoche, welcher wiederrum im Känozoikum, der Erdneuzeit, einzuordnen ist. Die Epoche des Holozän beginnt etwa vor 11.700 Jahren bis einschließlich unserer Zeit und lässt sich wie das Pleistozän in drei Stadien einteilen. Der erste Abschnitt ist das Altholozän und ist um 10.000 bis 6000 v. Chr zu datieren. Diesem Abschnitt folgt das Mittelholozän, welcher um etwa 6000 v. Chr. beginnt und um 3000 v. Chr. endet. Ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. folgt das Zeitalter des Jungholozän, welcher bis heute bestand hat.
Vor etwa 12.000 Jahren kam es zu einer Winkelveränderung der Erdachse und dadurch bedingt zu einem Klimawechsel. Aus dem trockenem Wüstenklima wurde langsam ein Klima mit Niederschlägen. Diese waren teilweise so stark ausgeprägt, dass es zu Überschwemmungen des Nilufers im Süden Ägyptens kam und zu einer Bedrohung für Mensch und Vieh wurde. Aufgrund dessen zogen die Menschen vom Nilufer in die weiter entfernten Ebenen und ließen sich dort nieder. Dort fingen sie neben der Fischerei erstmals an Vieh zu domestizieren. Getreide und Ackerbau wurde später eingeführt. Die Ägypter versuchten erst Weizen und Gerste zu kultivieren, jedoch merkten sie schnell, dass diese Getreidearten nicht für ihr Klima bestimmt waren, sondern für ein Klima mit Jahreszeiten vor allem aber mit einem Winter. Schließlich bauten sie Getreidearten wie Sorghum und Hirse an, die aber auch nach derzeitigen ägyptischen Klimaverhältnissen schwer kultivierbar waren und somit nicht domestiziert werden konnten. Wildlebende Pflanzen waren einfacher zu sammeln und zu bearbeiten. So nutzten die Ägypter in der Nähe Khartums Wildgrassamen für ihren Gebrauch. Neben dem Getreideanbau machten sie aber auch Jagd auf Fische und anderen wildlebenden Tiere, die sie mit extra angefertigten Harpunen erbeutet haben. Diese Harpunen waren meist aus Knochen von Tieren gefertigt. Zur Getreidebearbeitung besaßen sie Mahlsteine und Keramik, die in sehr vielen Bruchstücken erhalten geblieben sind. Auf dieser Keramik und den Mahlsteinen sind bis heute noch Körnerabdrücke zu finden. Die Männer dieser Zeit bekamen eine reichere Grabausstattungen wie die Frauen. Es wurden unter anderem in Gräbern Waffen gefunden, die eine runde bis flache Form aufweisen und eine Art Keulenkopf darstellen. Das verwendete Material ist Porphyr. Weiterhin wurden mit Ocker bemalte Keramikgefäße und Schmuck in Form von Perlenketten aus Karneol und Knochen gefunden sowie Lippenpflöcke. Die Frauen und Kinder erhielten ebenso Keramik, jedoch nicht so groß wie die der Männer und persönlichen Schmuck als Grabbeigaben.
