Reisedauer


Urlaubszeitraum





Kennenlernreise - unterwegs im Land der Pharaonen von Kairo bis zum Sinai

Reisebericht
Frühling in Ägypten
vom 06. Mai bis 12. Mai 2011

1. Tag: Ankunft gegen 20:00 Uhr am Flughafen Kairo international, nachdem ich von einem Mitarbeiter der örtlichen Agentur empfangen wurde, half er mir zunächst bei den Formalitäten für die Passkontrolle. Gepäck im Wartebereich des Flughafens wartete bereits die Reiseleitung auf mich und wir haben den weiteren Ablauf des Abends besprochen.

Die Fahrt führte nicht zum Hotel sondern zu einer naheliegenden Shopping Mall, das „City Stars“ Center in Heliopolis. Je nach Verkehrslage erreicht man dieses in 10-15 min. Eh man jedoch durch die Kontrollen ist und im Parkhaus einen Parkplatz gefunden hat, können schon 30-40 min vergehen.

Diese Shopping Mall umfasst 750,000 m² und verfügt über zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Kino u.v.m. Wer also bei längerem Aufenthalt nicht am Flughafen sitzen möchte, schnappt sich ein Taxi und geht sich gemütlich die Zeit vertreiben. Nach einer kurzen Pause haben wir uns unter die Menschen gemischt, indem wir eine Runde um das Einkaufszentrum gelaufen sind. Weiter führt der Weg durch Kairo, das „Las Vegas“ von Ägypten, zumindest am Abend bis hin zum Mena House.

Das historische Hotel ist nur 700 m von den prachtvollen Pyramiden von Gizeh entfernt und bietet von den Zimmern des Mena Palace einen direkten Blick darauf. Das Hotel ist wahrlich atemberaubend, der geschichtliche Hintergrund dieses Hotels spiegelt sich im Innenraum wider. Stilvolle, antike Möbel, welche von Künstlern angefertigt wurden, zieren den Innenraum des Hotels. Die bekannteste Suite, die Präsidentensuite in der schon Churchill und Montgomery residierten, ist unbeschreiblich schön.

Nicht nur die antiken Möbel zeichnen diese Suite aus, sondern auch die liebevollen Accessoires. Das Bad ist wohl der Traum aller Frauen, die Armaturen sind aus Gold und gleichen einem Schwan. Nach der Besichtigung des Hotels wurde ich zum Hotel Mercure Le Sphinx gebracht.

Hof der Mastaba -Ptahschepses
Hof der Mastaba -Ptahschepses

2. Tag: Nachdem ich den Rest der Gruppe kennen gelernt habe, begann die erste gemeinsame Tour nach Abu Sir. Das historische Areal ist ca. 30 min vom Hotel Mercure Kairo entfernt, bevor man dieses erreicht, durchquert man zunächst das Dorf. Am Ende des Dorfes befindet sich der Eingang. Da das Gebiet für den Tourismus noch nicht freigegeben ist, kann man dieses nur mit einer Sondergenehmigung betreten. In weniger als 10 min erreicht man die Pyramide des Sahure, welche ca. 20m auf einem Hügel gelegen ist. Klar erkennbar ist, dass der Totentempel mit Aufweg (Areal vor der Pyramide) noch recht gut erhalten ist, im Gegensatz zum Vorraum und zur Grabkammer. Weiter südöstlich der Pyramide ist wohl die größte und am reichsten ausgestattete Mastaba des Ptahschepses, jener war ein hoher Würdenträger am Hofe und diente als „Richter und Wesir“ (Minister eines islamischen Herrschers) des Pharao.

Durch den Eingang, welcher durch zwei Lotusbündelsäulen hervorsticht, gelangt man in die Kammer für die Opfergaben mit zwei Statutennischen. Durch eine weitere Tür betritt man den Hof, in welchem zwanzig Viereckspfeiler mit Hieroglyphentexten versehen stehen. Eine genaue Freigabe des Gebietes für den Tourismus kann nicht genannt werden, da noch Forschungs- und Restaurierungsarbeiten stattfinden. Unsere Fahrt setzen wir fort nach Sakkara. Das Areal, in dem die wohl älteste Stufenpyramide steht, ist in ca. 20 min erreicht. Die Pyramide des Pharao Djoser ist umgeben von einer Kalksteinmauer, durch die Pforte hindurch gelangt man zum Hof wo diese gelegen ist. Derzeit finden jedoch Restaurierungsarbeiten statt, sodass mit Einschränkungen zu rechnen ist.

Nachdem wir nun das Djoser Areal verlassen haben, geht es in die Pyramide des Teti. Der Abstieg erfolgt in geduckter Haltung, da die Gänge schmal und niedrig sind. In der rechten Kammer befindet sich der Sarkophag, deren Wände von Hieroglyphentexten, die über das Leben und die Herrschaft des Königs erzählen. Nach dem erfolgreichen Aufstieg aus der Pyramide ging es zur Mastaba des Wesirs von Teti, Mereruka. Leider ist nur wenig zu seiner Person bekannt Durch seine vielen Titel, die er besaß, lässt sich bei einem sogar darauf schließen, dass er der Architekt der Königspyramide war. Seine Mastaba ist die wohl aufwendigste und auch die größte Grabanlage des Alten Reiches. Zahlreiche Wandreliefs schmücken die Wände, Selbstbildnisse seiner Person bei alltäglichen Szenen des Lebens.

Die letzte Station des Tages führt uns in eine Parfümerie in Kairo und das ich wusste was mich erwartete, setzten wir uns und bekamen Getränke. In gemütlicher Runde erklärte ein sehr sprachgewandter Mann oder auch Heiler die derzeitige Verfassung des jeweiligen Gastes. Die Ölrezepturen obliegen in der Familientradition und sollen heilende Kräfte haben. Besichtigung Mövenpick und Le Meridian Hotel.

Sahure Pyramide in Abu Sir
Sahure Pyramide in Abu Sir
Pyramiden Abu Sir
Pyramiden Abu Sir
Pyramiden von Cheops und Chephren
Pyramiden von Cheops und Chephren

3. Tag: Nach gleicher morgendlicher Prozedur starten wir zum Areal der Pyramiden von Gizeh, in ca. zehn Minuten erreichten wir von unserem Hotel aus das Gebiet.   Nachdem ich die übliche Sicherheitskontrolle passiert habe und ausnahmsweise mal nichts piepte, stand ich vor der wohl größten der sechs Pyramiden, der des Cheops. Bis auf wenige Bruchstücke des prächtigen Basaltpflasters ist der Totentempel komplett verschwunden. Unsere Tour führt uns in das Grab der Tochter von Cheops.  Hetep-heres II. Sie war eine Königin der vierten Dynastie. Dann führte unser Weg weiter zum Grab des Arztes von Cheops, Seshemnufer über diesen ist leider

nicht viel bekannt, von da aus ging es zur zweitgrößten Pyramide, der des Königs  Chephren und zu guter Letzt die Sphinx. Nachdem historischen Rundgang in der Zeit der Pharaonen setze sich meine Fahrt fort nach Alexandria.

Die Fahrtzeit beträgt ja nach Verkehrsaufkommen in etwa 4-5 Stunden, die Hauptstraße, welche direkt am Mittelmeer vorbei führt, war einst nur einspurig befahrbar. Hotels, Geschäfte, Häuser zieren den Weg entlang der Magistrale. Vor allem die einzigartige Lage der Hotels, von denen man je nach Zimmerlage einen direkten Blick auf das Mittelmeer hat. Die wohl berühmteste Bibliothek wurde mit Hilfe der UNESCO wieder zum Leben erweckt, da diese durch eine Invasion von Caesar in Brand geriet und stark beschädigt wurde.

4. Tag: Heute habe ich das chaotische Kairo hinter mir gelassen und fahre zusammen mit meiner Gruppe nach Sinai. Zwei Kontinente an einem Tag.  Als  wir den Ahmed-Hamdi-Tunnel passiert haben, ist unser nächster Stopp die Mosesquelle. Nach der Überlieferung soll es jener Ort sein, an dem Moses das bittere Wasser süß machte. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick über die Geschichte Mose setzen wir unsere Fahrt fort in das wohl größte, freie Surfgebiet. Die Hotelanlage, in welcher wir nächtigten, liegt direkt an einem langen Sandstrand und ist bis dato überwiegend unter den Wassersportlern bekannt. Das Hacienda Beach Resort in Ras EL Sudr  eignet sich für alle, die Wassersport lieben, entspannen wollen und vor allem für Familien. Der Ort selber ist aber kein typisches Touristenziel, wie man es von Hurghada oder Sharm El Sheikh kennt, dieser Ort ist eine Oase der Ruhe und des Sports. Jeder, der ein Wind- oder Kitesurfliebhaber ist, einen ruhigen Familienurlaub, seine Hochzeitsreise oder sogar andere Anlässe hat zu verreisen, dem kann ich nur empfehlen, dieses noch unbekannte Gebiet zu wählen.  Das Surfgebiet selber bietet ein Revier für Anfänger aber auch für Profis

Es ist nahezu fast karibisch, flaches kristallfarbenes Wasser, feinster, weißer Sandstrand, ein wunderschöner Küstenabschnitt ohne Riffe und Steine. In Ras Es Sudr ist die Infrastruktur noch im Aufbau sowie aber auch einige neue Hotelanlagen.

größtes Surfergebiet
größtes Surfergebiet
Sinai Ras Sudr
Sinai Ras Sudr

5. Tag: Am Vormittag machten wie uns auf den Weg zum St. Katherinen Kloster, welches in 1570 m am Fuße des Mosesberges gelegen ist. Unser Weg führte entlang der Küstenstraße des Golfes von Suez, welche durch die Oase Wâdî Fairân führt. Eindrucksvoll ist der Wechsel zwischen Canyon und grüner Oase, man durchquert zunächst ein tristes Gebiet und gelangt zu einem grünen Fleck inmitten der Gebirgsmassive des Jabal Sirbal. Der nächste Stopp führte uns auf den „Berg der sieben Wünsche“. Laut Legende lebten einst sieben Mädchen auf diesem Berg, welche allen Menschen die den Berg erklommen haben, beim Erfüllen ihrer Wünsche halfen.

Im Zentrum der Oase gibt es Reste einer christlichen Basilika, diese wurde aber im 7. Jahrhundert von arabischen Invasoren zerstört. Von da aus ging unsere Fahrt weiter nach St. Katherinen, hier hatten wir Zeit um uns auf den nächtlichen Aufstieg auf den Mosesberg vorzubereiten.   

6. Tag: Mitten in der Nacht haben wir uns im Foyer des Hotels zusammengefunden um vor dem Aufstieg noch einen warmen Tee oder Kaffee zu trinken. Als nun endlich auch die letzten eintrafen, wurden wir zur Station gebracht, wo unser Berg-Guide schon auf uns wartete.  

Er führte uns zu den Kamelen, der Ritt erwies sich als sehr angenehm und ist überaus empfehlenswert. Natürlich kann man auch zu Fuß gehen, entweder die Kamelroute oder die Stufen. Die Wahl der letzteren Variante spiegelte sich in den Gesichtern der Pilger wieder, die man an den Stationen traf. Diese Stationen sind Beduinenhäuser, welche zu einer Pause einladen um sich aufzuwärmen, Tee oder Kaffee zu trinken. Nachdem ich als erste an der letzten Station ankam, hieß es für mich, warten auf die anderen, welche je nach Lust des Kamele unterschiedlich eintrafen.

Den Rest des Weges mussten wir zu Fuß bestreiten, der Aufstieg erwies sich für einige als sehr anstrengend und so kam es dazu, dass man manchmal einige Zeit auf den Stufenpfad stehen bleiben musste. Jede Gruppe hatte einen Beduinen-Guide, der den Aufstieg zusammen mit der Gruppe bestritt. Aber nicht nur das war seine Aufgabe, sondern auch die eines Motivationscoaches bzw. als Helfer für aus der Puste geratene Pilger.

Endlich oben angekommen, waren es nur noch wenige Minuten bis zum  Sonnenaufgang, als diese dann so langsam zwischen den Bergen erschien, blieb so einigen der Atem stehen. Ein Schauspiel, das nicht in Worte zu fassen ist, die Atmosphäre war magisch, die Menschen, die sich dort versammelten, waren wie in Trance. Der Abstieg jedoch, wenn man die Kamelroute wählt, ist der Abstieg entspannter, als würde man die Stufen wählen, man braucht ganz klar länger aber man kann unterwegs noch die Aussicht genießen. Man kann natürlich auch mit dem Kamel hinunter, jedoch war die Gesichtsmimik einiger nicht mehr die ursprüngliche. Als wir unten angekommen sind, wurden wir wieder zum Hotel gebracht und haben, bevor wir aufbrachen, erst mal gefrühstückt. Nachdem alle gestärkt waren, besichtigten wir das Katherinen-Kloster, welches am Fuße des Moses Berges gelegen ist.

Unsere Fahrt führt uns weiter nach Sharm El Sheikh, als wir in dem Hotel ankamen, hieß es für mich, Abschied nehmen von der Gruppe. Der kulturelle Teil war für diese nun zu Ende und der erholsame begann. Nach einem kurzen Aufenthalt trat ich die Rückreise nach Kairo an, die Fahrt war lang und führte durch mehrere militärische Kontrollen, vor allem die Strecke vor und nach dem Ahmed-Hamdi-Tunnel.

Moosesberg
Moosesberg
Sonnenaufgang Mosesberg
Sonnenaufgang Mosesberg

7. Tag: Der Vorletzte Tag im schönen Ägypten begann mit einer Sightseeingtour zu Fuß durch Kairo, natürlich nicht allein. Ziel der Tour waren die Moscheen Kairos, natürlich nicht alle, das ist an einem Tag nicht zu schaffen. Demnach haben wir einen Teil der zu Fuß erreichbaren, heiligen Stätten besucht bzw. auch besichtigt.

Der erste Stopp war eines der drei noch erhaltenen Stadttore Kairos, auf welchem wir die Minarette (der Turm einer Moschee bzw. des Gebetsrufers) der angrenzenden Al Muayyad Moschee bestiegen. Oben angekommen, hat man einen fantastischen Blick auf Kairo, klar zu erkennen sind vor allem die Minarette der anderen Moscheen. Weiter führt der Weg zum Khan al Khalili Bazar, der durch seine unzähligen orientalischen Geschäfte einfach nur beeindruckend ist und einen Besuch wert ist. Dort befindet sich die Hussein Moschee, die unverkennbar durch die davor stehenden Schirme ist. Nach unserer „füsslichen“ Tour durch Kairo war es an der Zeit andere Perspektiven einzuschlagen, wir machten eine Felukenfahrt. Mit lauter Musik düsten wir über den Nil und sahen die Hauptstadt Ägyptens aus einem anderen Blickwinkel.  

Qarun See Oase Fayoum
Qarun See Oase Fayoum

Diese Fahrt ist überaus empfehlenswert, für eine halbe Stunde kann man sich auf diesem Boot entspannen und die Fahrt genießen. Wieder an Land angekommen  trat ich meine letzte Tour an und zwar in die Fayoum-Oase. Wer dem Trouble der Stadt entfliehen möchte, dem empfehle ich diese Oase. Man erreicht sie in etwa einer Stunde und kann sich im schönen Helnan Auberge Fayoum entspannen oder auch nur mal Essen fahren, je nach Belieben. Das Hotel liegt direkt an einem See und bietet für ruhesuchende die perfekte Idylle. Natürlich kommen auch mal Einheimische vorbeigedüst und bieten eine Bootsfahrt auf dem Qarun-See an, im Übrigen ist der See der letzte Rest eines Meeres.

8. Tag: Am Morgen des letzten Tages hieß es für mich Abschied nehmen und trat die Rückreise nach Deutschland an, Wehmut machte sich bemerkbar. Auch wenn es einige gibt, die das Land kennen zu meinen, dann täuschen Sie sich, es bedarf etliches an Jahren, wenn das überhaupt ausreicht, um sagen zu können „Ich kenne das Land“.

Jedem kann ich nur empfehlen dieses Land zu bereisen, denn es glänzt nicht nur durch seine Historie sondern auch die Mentalität der Menschen. Ich habe noch nie solche lebenslustige, und stets höfliche Menschen gesehen.