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Reisebericht - Sonnenfinsternis Ägypten

Licht. Und kein Schatten.

von T. Henning

Es geht auf Mitternacht. Der Verkehr auf der El-Nil-Street scheint keine Uhr zu kennen, er braust wie immer. Laut wie immer. Wir sitzen mit gepackten Rucksäcken in der Lobby des „Sheherazade“, einst eine der besseren Hoteladressen in Kairo, heute eher etwas für Nachtschwärmer ohne allzu große Ansprüche, dafür mit eindeutigen Begehrlichkeiten. Die ägyptischen Mädchen, die in knallengen Jeans und mit der eleganten Gradlinigkeit eines final Betrunkenen auf ihren Stilettos durch die Halle stelzen, verschwinden in der Disco im ersten Stock.

Ein Großereignis: die Sonnenfinsternis in Ägypten

Wir warten auf das Taxi, das uns zum Busbahnhof der „West Delta“ Busgesellschaft bringen soll, denn wir wollen nach Salloum: Hier, an der Grenze nach Libyen, wird die kommende Sonnenfinsternis am besten in ganz Ägypten zu sehen sein. Das Taxi ist pünktlich.

 

Wir warten auf das Taxi, das uns zum Busbahnhof der „West Delta“ Busgesellschaft bringen soll, denn wir wollen nach Salloum: Hier, an der Grenze nach Libyen, wird die kommende Sonnenfinsternis am besten in ganz Ägypten zu sehen sein. Das Taxi ist pünktlich.

Der Busbahnhof hat den Charme einer mitteleuropäischen Schrottpresse. Im fahlen Licht vereinzelt glimmender Leuchtstoffröhren hat sich unter freiem Himmel eine Mischung munterer Ägypter und müder Touristen versammelt, alle mit Reisezielen in der westlichen Wüste. Weit und breit kein Bus. Aber wie immer in Ägypten: Der Betreiber der Bretterbude, in der Kekse, Limo und Taschentücher feilgeboten werden, ist die Freundlichkeit in Person und bereichert die Wartezeit durch sein mitfühlendes Lächeln. Wen scheren da noch die öligen Lachen auf dem Asphalt?

Glänzend wie von einem anderen Stern rollt ein moderner Reisebus heran, unsere Augen leuchten mit dem Chrom um die Wette. Nur leider ist, was kurz danach röhrend um die Ecke biegt und sich als unser Bus entpuppt, ein deutlich anderer. Wir besteigen nachdenklich ein Fahrzeug, dessen europäische Karriere Jahrzehnte zurück liegt. Immerhin: Es ist sauber, Rauchen ist verboten, die Plätze sind nummeriert und alle Passagiere halten sich an die Regeln. Bald rollen wir durch die Nacht.

Irgendwie hat jeder Schlaf gefunden, unterbrochen nur von einem Stopp in einer Raststätte, die Pepsi, Tee, Kaffee, Kekse, Kuchen und Kartoffelchips bereithielt. Und als Toilette natürlich die obligatorischen Löcher im Boden. Unser Fahrer bereitet sich auf die letzte Etappe vor, sein Arbeitsplatz ist ein Foto wert.

 

Der Arbeitsplatz unseres Busfahrers