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Sonnenfinsternis Ägypten

Ankunft in Salloum

Die Sonne ist da, wir auch: Willkommen in Salloum. Zur Linken die Berge, die Ägypten von Libyen trennen. Sie halten schwere Wolkenbänke zurück – hoffentlich bleibt das so, sonst können wir die Sonnenfinsternis im Fernsehen betrachten. Zur Rechten das Mittelmeer, und an dessen Gestaden ein unfassbarer Auftrieb wohlorganisierter Heerscharen Sonnenfinsternis-süchtiger Touristen.

Ankunft in Salloum

Eine Zeltstadt von der Größe Bottrops hat sie aufgenommen, die Zelte sind preußisch durchnummeriert, die Teleskope ragen wie Flakgeschütze in den Himmel. Unser Bus steht am Checkpoint ein paar Kilometer vor dem Städtchen. Plötzlich heißt es, wer nach Salloum will, muss 100 Pfund „Eintritt“ bezahlen, etwa 20 Euro. So haben wir nicht gewettet. Wir steigen aus und machen uns zu Fuß auf den Weg, niemand hält uns auf, von Geld ist keine Rede mehr. Der Lärm des Checkpoints bleibt hinter uns, die Sonne gewinnt an Kraft, rechts und links der Straße grünt (oder graut?) die spärliche Vegetation der Halbwüste, darin die Zelte ägyptischer Grenztruppen. Wir verfallen in den gleichmäßigen Schritt derer, die ein fernes Ziel vor Augen haben.

Ein einheimischer Pickup überholt uns und hält. Der Fahrer lädt uns gestenreich ein, auf die Ladefläche zu klettern. Herrlich, auch wenn wir mit seinem kleinen Sohn, der uns auf der Ladefläche begleitet, zwar Blicke und kleine Geschenke tauschen können, aber keine Worte. Am Ortseingang wieder Touristenmassen am Strand, zum Glück liegt unser Ziel nicht hier, sondern mitten in Salloum. Kaffeehäuser umrahmen einige parkende Busse, nicht Luxusliner, sondern ägyptische Alltags-Vehikel wie der, mit dem wir herkamen. Der Ort strahlt viel Ägypten aus, die Menschen sind von selbstbewusster Freundlichkeit, wesentlicher ruhiger und authentischer als in Kairo. Wir setzen uns auf die Stühle vor einem der Kaffeehäuser, meine Jacke hänge ich an einen Draht, der von einer Straßenlaterne herabhängt. Als mir ein Einheimischer zeigt, wie oben das Licht angeht, wenn man den Draht an einen zweiten hält, nehme ich sie schnell wieder ab.