Wie im Christentum mit der Bibel und dem Judentum mit dem Takmud stehen auch im Zentrum der islamischen Religion die Texte einer Heiligen Schrift – dem Koran. Diese Religionen werden deshalb auch als Buchreligionen bezeichnet. Die Texte im Koran gelten als das schriftliche Zeugnis der Botschaften, die der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed im Auftrage Allahs kundtat. Da der Erzengel die Botschaften Allahs im Wortlaut wiedergab und Allah arabisch sprach, darf der Koran nicht übersetzt werden, womit sich im Zuge der Ausbreitung des islamischen Glaubens auch Arabisch als Sprache verbreitet hat. Gläubige, deren Muttersprache nicht Arabisch ist, müssen diese Sprache lernen, um die Verse aus dem Koran lesen, rezitieren und verstehen zu können. Die Texte im Koran beschäftigen sich mit der Schöpfung, der Natur, der Geschichte der Menschheit und der Propheten, mit Geboten und Verboten und sie geben Anleitung zur Ausübung der Religion. Auch zum Leben in der Gemeinschaft der Gläubigen gibt der Koran Hinweise. Insgesamt 114 Kapitel umfasst die Heilige Schrift des Islams. Das Auswendig-Lernen der Verse aus dem Koran erleichtert die Art, wie diese geschrieben sind. Ähnlich wie bei einem Gedicht gibt es ein Versmaß, das den Prosatexten einen gewissen Rhythmus verleiht. Neben dem Koran ist die Sunna eine weitere wichtige Schriftquelle für einen gläubigen Muslim. Die Sunna kann als Ergänzung zum Koran verstanden werden.