Eine imposante Ruinenstätte, nämlich die Ruinen der Festung von Qasr Ibrim, befindet sich auf einer kleinen Felseninsel im Nassersee rund 235 Milomter südlich von Assuan und 60 Kilometer nordöstlich von Abu Simbel. Durch den Bau des Assuan-Staudamms und die anschließende Flutung zum Nassersee wurden Teile der Festungsruinen zerstört bzw. sie versanken in den Fluten des Sees. Aus dem See ragt heute nur noch eine kleine, felsige Insel heraus, die Festungsruinen standen aber vor dem Staudammbau mehr als 76 Meter über dem Ostufer des Nils. Normalerweise wird die Insel im Touristenprogramm nicht angefahren, so dass die allermeisten Reisenden dort auch nicht vorbeikommen. Viele Reiseführer erwähnen die Insel auch nicht, weshalb viele Touristen auch keine Kenntnis von ihr haben. Gelegentlich bieten kleine Reiseagenturen aber Kreuzfahrten auf dem Nassersee an, bei denen auch diese Insel angesteuert wird.

Die Insel wurde im 15. Jahrhundert v. Chr. erstmals besiedelt. Der Grund dafür war wahrscheinlich die strategisch günstige Lage im nubischen Nil und auf einer fast uneinnehmbar schroffen Felseninsel. 1.300 Jahre später war aus der ersten Siedlung eine befestigte Stadt geworden, die später auch den Römern als Stützpunkt diente. Die imposanten Ruinen einer christlichen Basilika stammen aus der Zeit, als auf der Insel eine koptische Gemeinde ihr Glaubenszentrum hatte. Das war um das 7. Jahrhundert herum. In den folgenden Jahrhunderten war der Ort auch immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt. 1812 wurde der Ort im Mameluckenkrieg von ägyptischen Truppen zerstört. Seitdem ist die Insel wieder unbewohnt.