Südlich von Assuan befindet sich ein archäologisches Kleinod, nämlich auf der Insel Sehel. Ihre Landschaft ist von Granitfelsen geprägt, die auch sonst für die Gegend um Assuan herum typisch sind. Da die Insel Sehel von Touristen kaum besucht wird, kann man am Anlegekai auf der Insel Elephantine oder direkt in Assuan mit einem Bootsfahrer einen Tagespreis vereinbaren. Die drei Kilometer bis Sehel lässt man sich dann am besten in einem Motorboot zur Insel bringen.

Die archäologische Besonderheit der Insel Sehel besteht in den zahlreichen Inschriften auf den Granitfelsen, es gibt mehr als 250 davon. Auch Zeichnungen mit Darstellungen von Göttern finden sich auf der Insel Sehel. Entstanden sind die Inschriften in altägyptischer Zeit, als viele Reisende bei ihren Expeditionen Richtung südliches Afrika hier Station machten. Die Insel Sehel bildete gemeinsam mit Elephantine die letzten Grenzposten Ägyptens, bevor fremdes Land begann. Eine der berühmtesten und interessantesten Inschriften ist die sogenannte Hungersnotstele. Sie stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., obwohl sie den Eindruck erweckt, viel älter zu sein. Ihre bildliche Darstellung zeigt den König Djoser (2.700 v. Chr.) und der Text beschreibt schwere Dürrezeiten und eine große Hungersnot, die über sieben Jahre lang gedauert haben soll. Ob die Inschrift auf ein viel älteres Original zurückgeht, oder einen anderen Ursprung hat, lässt sich nicht ganz eindeutig festlegen.zurück zum Reiseführer oder weiter zum nächsten Artikel