Dritte Zwischenzeit (21.-25. Dynastie) – Ägypten

Den Übergang von der Zeit des Neuen Reiches zur Dritten Zwischenzeit markieren mehrere Faktoren. Zum einen löste sich die zentralstaatliche Verwaltung mehr und mehr auf, weil sich die Verwaltungsinstitutionen der Tempel zunehmend wie Staaten im Staate verhielten. Das Gewalt- und Verteilungsmonopol der Pharaonen löste sich, da immer mehr ranghohe Militärs klerikale Posten bekleideten. Versorgungsengpässe und Kompetenzstreitigkeiten unter der herrschenden Elite waren die Folge und gleichzeitig Ausdruck der zerfallenden, zentralen Strukturen. Außerdem wuchs auch die Korruption.

Ägypten gliederte sich nun in zwei Teile. Im Norden in Unterägypten regierten die Pharaonen, in Oberägypten regierten die Hohepriester des Amun. Die Wiederzusammenführung dieser beiden Landesteile erfolgte während der 22. Dynastie, als es Scheschonq I. durch geschickte Diplomatie und Positionierung seiner Familienmitglieder in hohen Ämtern gelang, die Macht wieder zusammenzuführen. Diese Konzentration von militärischer und finanzieller Macht in einer Hand ermöglichte es Scheschonq I., große Bauvorhaben und Feldzüge ins Ausland durchzuführen.

Unter den Nachfolgern Scheschonqs I. wurde dessen Politik zunächst fortgeführt, in der 23. Dynastie zersplitterte Ägypten aber wieder in kleine Teilstaaten mit Königen und Fürsten, die mehr oder minder friedlich nebeneinander her existierten.Allerdings brachten diese neuen Verhältnisse keine Anarchie mit sich, sondern sorgten durch den Machteinfluss des jeweiligen Königs auf sein Gebiet für relativ stabile Verhältnisse.

Mit der 25. Dynastie änderten sich die Verhältnisse aufs Neue. Aus Obernubien erfolgte ein religiös motivierter Eroberungsfeldzug des Königs Piye, der Ägypten nach seinen Vorstellungen zu ordnen versuchte. Die Aufrechterhaltung dieses Anspruches bereitete seinen Nachfolgern jedoch Schwierigkeiten, da in Teilen des Nildeltas eine Autonomiebewegung an Stärke gewann und die Assyrer nach Ägypten vordrangen. Damit brach das Ende der Dritten Zwischenzeit an und es erfolgte der Übergang zur Spätzeit.

Spätzeit (26.-31. Dynastie) – Geschichte Ägyptens

Zu Beginn dieser Epoche setzten die Assyrer einen lokalen Fürsten als König von ganz Ägypten ein. Drei bemerkenswerte Ereignisse bestimmen diese Phase. Eine historische Quelle berichtet von der Umrundung Afrikas auf dem Seeweg. Dann wurde ein Verbindungskanal zwischen dem Roten Meer und dem Pelusischen Nilarm gebaut, was einer enormen, ingenieurtechnischen Meisterleistung entspricht. Damit war bereits zweitausend Jahre vor dem Bau des Suez-Kanals ein schiffbarer Weg vom Roten Meer ins Mittelmeer vorhanden. Das dritte Ereignis war der Kontakt mit dem neu entstandenen Reich der Babylonier.

Den zweiten Teil dieser Zeit dominierte die persische Fremdherrschaft über Ägypten. Das  führte zu innerägyptischen Widerstandsbewegungen, die sich teilweise und zeitweise Autonomie erkämpfen konnten, so dass Ägypten zwischen 404 und 343 v. Chr. währender der 28. bis 30. Dynastie seine Unabhängigkeit wieder erlangen konnte.