Erste Zwischenzeit (7.-11. Dynastie)

Die Erste Zwischenzeit beginnt mit dem Zerfall von Verwaltungsmonopol und Gewaltmonopol des frühen Staates. Damit brach die Grundlage für ein stabiles Herrschaftssystem weg. Eine noch nicht zweifelsfrei geklärte Ursache für diesen Zusammenbruch könnte auch ein Klimawandel gewesen, in dessen Folge die jährlichen Nilfluten erheblich geringer ausfielen als bis dahin üblich. Die Folge waren Hungersnöte durch einen Ertragsrückgang in der Landwirtschaft, so dass in einigen Quellen sogar von Kannibalismus berichtet wird.

Der Verlust des staatlichen Gewaltmonopols drückte sich in einer Phase der Abwesenheit eines Pharaos aus, so dass viele lokale Herrscher den Machteinfluss über ihre jeweilige Provinz ausbauen konnten. Zwei Beispiele dafür sind die Herrscher von Herakleopolis und Theben. In den schriftlichen Überlieferungen über die erste Zwischenzeit bleibt das Bild einer chaotischen Zeit mit Hunger, Not und staatlicher Zersplitterung zurück.

Mittleres Reich (11.- 13. Dynastie)

Mit der Wiederkehr stabilerer Verhältnisse endete die Phase der Ersten Zwischenzeit und und die Zeit des Mittleren Reiches setzte ein. Der erste König der 12. Dynastie beendete die Unruhen der vorangegangenen Zeit und nahm die Tradition des Pyramidenbaus wieder auf, wobei sich die Pyramiden an den Bauformen der 5. und 6. Dynastie orientierten. Außerdem wurden weitere Flächen urbar gemacht, landwirtschaftlich erschlossen und besiedelt. Die neue staatliche Ordnung basierte nun auf dem Prinzip von Loyalität den Herrschern gegenüber und Verantwortung dem Volk gegenüber. Ein Chaos wie in der Ersten Zwischenzeit sollte vermieden werden.

Ausdruck der weiter nach Süden vordringenden ägyptischen Truppen war der Festungsbau. Mit ihrer auffälligen Architektur aus Ring- und Zwingmauern, Trockengräben, Zinnen und Schießscharten und ihren Standorten im Niltal sind sie aus heutiger Sicht archäologisch sehr interessant. Viele dieser Festungsanlagen sind allerdings im Nassersee versunken. Ein weiterer Ausdruck von Baukunst spiegelt sich in Gräbern der Gaufürsten wider, die somit eine besondere kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung haben.

Zweite Zwischenzeit (14.-17. Dynastie)

Auch die Zweite Zwischenzeit ist durch die Auflösung der vorigen gefestigten Staatsform gekennzeichnet. Semitische Händler siedelten sich nun im Nildelta an gründeten Handelsniederlassungen, die Kontakte in die Levante, also den Küstenstädten am östlichen Mittelmeer, waren vorher schon gut. Der Zusammenbruch der ägyptischen Institutionen ermöglichte den semitischen Siedlern und Händlern die Gründung eigener autonomer Gebiete, die die ortsansässige, ägyptische Bevölkerung aber als Fremdherrschaft empfand. Um Theben in Oberägypten herum entwickelte sich ein Gegenzentrum dem es gelang, die Hyksos, wie die neuen Siedler genannt wurden, zu vertreiben.

Neues Reich (18.-20. Dynastie)

Die Zeit von 1550 bis 1070 v. Chr. ist durch Quellen besonders gut dokumentiert, so dass man diese Phase als imperiale Phase der ägyptischen Geschichte bezeichnet. Das Reich dehnte sich sehr weit über seine ursprüngliche Fläche aus und übte über fremde Gebiete die militärische Kontrolle aus. Die Eroberungen erfolgten zuerst in Unterägypten, das bisher fremd kontrolliert war. Die weiteren Eroberungen ging bis weit nach Syrien und an den Euphrat  Die zunehmende Expansionspolitik stieß jedoch bald an ihre Grenzen, so dass die Diplomatie vor den Eroberungen stand. In der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen gewann die neue Gesellschaftsschicht der ranghohen Militärs an Bedeutung.

Auch in der religiösen Tradition gab es in der Zeit des Neuen Reiches grundlegende Änderungen. So wurden die Herrscher nicht mehr in Pyramiden bestattet. Der neue Ort für die Beisetzungen war nun das Tal der Könige in Theben bei Luxor. Die Landschaft an dieser Stelle ähnelt einer großen Pyramide und für den Totenkult entstanden unterirdische Grabkammern. Insgesamt änderte sich die religiöse Weltanschauung und die Durchführung von Kulten und Riten. Da diese Tatsache eine Entfremdung vom Volk zur Folge hatte, bildete sich zwangsläufig eine Opposition im Land.

Am Ende der Zeit des Neuen Reiches stießen die Ägypter bei den Hethitern zum ersten Mal auf einen Gegner, der als militärische Großmacht den Ägypten ebenbürtig bzw. sogar überlegen war. So kam es unter Ramses II. zum ersten, belegten Friedensvertrag zwischen zwei Staaten mit konkreten Friedensregelungen.