Ab 1801 wechselten sich in Ägypten der britische und der französische Einfluss ab und erst 1953 erlangte Ägypten den Status einer unabhängigen, arabischen Republik. Unter der Präsidentschaft von Gamal Abd el-Nasser entwickelte sich Ägypten ab 1954 zu einem starken, blockfreien Staat innerhalb der arabischen Welt. Aufgrund der zunehmenden Spannungen zwischen Ost und West im Kalten Krieg und der Weigerung Ägyptens sich den Positionen einer Seite anzuschließen, reduzierten die westlichen Investoren ihr Engagement am neuen Assuan-Staudamm, so dass die Sowjetunion mit Ingenieuren und Kapital an ihre Stelle trat.

Der Bau des Staudamms war der Katalysator für die industrielle Entwicklung, die Umsetzung zahlreicher Infrastrukturprojekte und die Stromversorgung.

Weitere wichtige Ereignisse waren der Sechstagekrieg 1967, in dem Israel die Sinai-Halbinsel besetzte, und der Jom-Kippur-Krieg 1973, in dem Ägypten Teile der Regionen am Suezkanal zurückgewinnen konnte. Eine geschickte Außenpolitik sicherte Nassers Nachfolger Anwar el-Sadat die Unterstützung der USA, durch deren Vermittlung ein Abkommen mit Israel über die Rückgabe des Sinai zustande kam. Anwar el-Sadat wurde 1981 Opfer eines Attentats. Von 1981 bis zum Februar 2001 war Muhammad Husni Mubarak ägyptischer Staatspräsident..Aktuell befindet sich Ägypten in einer politischen Umbruchphase mit gleichzeitiger Neuorientierung und Neugestaltung des gesellschaftlichen Systems. Die weitere Entwicklung der Freiheitsbewegung in Ägypten ist derzeit völlig offen. Man darf aber einige grundsätzliche Veränderungen gegenüber der Regierungszeit Mubaraks erwarten. Es bleibt also spannend.