Vorgeschichte Ägyptens

Erste Besiedlungsspuren im heutigen Ägypten werden auf das Paläolithikum, also die Altsteinzeit datiert. Vereinzelt zogen Grüppchen von Jägern und Sammlern durch das Niltal. Diese Gruppen wurden in der Jungsteinzeit langsam sesshaft und gingen zu Ackerbau und Viehzucht über. Jagdgebiet waren die nahen Wüstenbereiche und der Nil als Quelle für den Fischfang.

Frühdynastische Zeit (ca. 3100 bis 2670 v. Chr.)  - (1.- 2. Dynastie)

In der Frühdynastischen Zeit soll nach der Überlieferung unter dem Herrscher Menes die Reichseinigung vollzogen worden sein. Zeugen aus dieser Zeit fand man bei Grabungen in Ritualbezirken und sogenannten Götterfestungen in der Nähe von  Umm el-Qaab. Eine wichtige, kulturelle Errungenschaft dieser Zeit war die Weiterentwicklung früher Piktogramm-ähnlicher Zeichen und bildhafter Zeichen, die eine bestimmte Handlung verdeutlichen, hin zur Hieroglyphenschrift.

Altes Reich (3.- 6. Dynastie) – Geschichte Ägyptens

Diese Phase der ägyptischen Geschichte hat den ersten, administrativ organisierten Territorialstaat der Menschheit (in seiner frühesten Form) hervorgebracht. Um die Zeit von ca. 2670 bis 2150 v. Chr. erreichte der monumentale Pyramidenbau eine ausgeprägte Blüte, weshalb diese Phase in der Literatur auch als Pyramidenzeit bezeichnet wird. In der 3. Dynastie unter König Djoser, dessen Stufenpyramide die älteste der Welt ist und in Sakkara rund 20 Kilometer südlich von Kairo steht, experimentierte man mit den jenseitigen Kultanlagen. Die Stufenform des Zentralbaus verdeutlicht dabei besonders gut die Ausrichtung auf das Leben im Jenseits. Weitere Verfeinerungen des Baustils und der Technik führten schließlich zu den drei weltbekannten Pyramiden von Gizeh, die den Höhepunkt des monumentalen Pyramidenbaus markieren.

Ein interessanter Aspekt im Zusammenhang mit dem Pyramidenbau ist die beginnende Entstehung des ägyptischen Volkes. Für den Bau der Pyramiden wurden Arbeitskräfte aus den verschiedenen Regionen des Landes rekrutiert. Auf der Baustelle und darum herum entwickelte sich eine Kultur, die sich aus den bunt gemischten Arbeiterkolonnen und der höfischen Elite zusammensetzte, die sich in der königlichen Residenz am Rande der Pyramidenstadt aufhielt. Außerdem entstand ein System für die Versorgung der Menschen, die mit dem Pyramidenbau zu tun hatten. Landwirtschaftliche Güter, Lebensmittel und Menschen „zirkulierten“ in einem Wirtschaftssystem, das zur Bildung einer bisher nicht gekannten staatlichen Einheit beitrug und damit auch das Selbstbild der Ägypter sowie ihre Kultur beförderte.

Das Ende des Alten Reiches setzte ein, als die lokalen Eliten in den Provinzen zunehmend zu ihrem eigen Vorteil wirtschaftete und das Gesamte weniger beachteten.