(Altes Reich, 4. Dynastie, um 2560 v. Chr.)

Die Cheopspyramide ist das erste und einzig noch erhaltene Weltwunder. Ursprünglich war sie 146,5 Meter hoch und fast 4.500 Jahre das höchste von Menschen geschaffene Bauwerk. Wind und Wetter haben in den vergangen Jahrhunderten dafür gesorgt, dass die Pyramide ihre Spitze eingebüßt hat und die Entnahme von Steinen für andere Bauwerke hat das Bild der Pyramide ebenfalls verändert. Heute hat sie eine Höhe von 138,75 Metern und weist eine Kantenlänge von 230 Metern auf. Mit diesen Ausmaßen besteht die Cheops-Pyramide aus zweieinhalb Millionen Kubikmetern Kalkstein, der aus den lokalen Steinbrüchen um Giseh herum abgebaut wurde. Dabei hat ein Steinblock durchschnittlich eine Masse von 2 bis 3 Tonnen. Durch 210 Lagen solcher Blöcke erreicht die Pyramide ihre stattliche Höhe.

Über die Vorgehensweise beim Bau der Pyramiden ist immer wieder spekuliert worden, denn die Frage, wie die Ägypter derart massive Steinblöcke bewegen und übereinander schichten konnten, war lange unklar. Mittlerweile geht man davon aus, dass die Blöcke über ausreichend flache und lange Rampen an ihren Bestimmungsort gebracht wurden. Dafür musste die Rampe gut geschmiert sein, so dass eine relativ kleine Anzahl Arbeiter für diese Arbeiten ausreichte. Eine minutiöse Planung und die ausreichend große Bauzeit von mehreren Jahren bis mehreren Jahrzehnten ermöglichten zusätzlich die Durchführung der anfallenden Bauarbeiten.

Ins Innere der Cheopspyramide gibt es zwei Eingänge. Der Eingang, den die Touristen heute nehmen, ist ein alter Grabräubergang, der wohl schon weit vor dem 9. Jahrhundert angelegt worden ist. Nach 30 Metern teilt sich der Gang und es geht entweder nach oben oder nach unten weiter. Der nach unten führende Gang endet 30 Meter unter der Pyramide in einer unvollendeten Kammer, der nach oben führende Gang endet nach 38 Metern an der großen Galerie. Von der Galerie führt ein waagerechter Gang zu einer kleinen Grabkammer. Die Decken bestehen aus massiven Granitplatten zu je 40 Tonnen Gewicht. Die Galerie selbst ist eine Besonderheit, die so in den anderen beiden Pyramiden nicht zu finden ist. Sie ist 8,5 Meter hoch und 47 Meter lang. Sieben Steinlagen bilden die Seitenwände, die sich nach oben hin verjüngen, wobei jede Steinlage einen Versatz von 6 Zentimetern gegenüber der darunter liegenden Lage aufweist. Zwischen die Steinblöcke würde nicht einmal eine Rasierklinge passen, so dicht sind sie aneinander gefügt. Vom Totentempel der Cheopspyramide sind nur Grundflächen und Mauerstümpfe erhalten, Reste des Taltempels sind erst vor Kurzem entdeckt worden.

Bootsmuseum mit dem Sonnenschiff des Cheops

An der Südflanke der Cheopspyramide wurden 1954 zwei Bootsgruben entdeckt, von denen die östliche geöffnet wurde, während man die andere Grube verschlossen ließ und nur mit einer Minikamera erkundete. Das geschah allerdings erst 1987. Die aufgedeckte Grube enthielt 1.224 gut konservierte Fragmente eines zerlegten Schiffes. Es dauerte zehn Jahre, bis ägyptische Wissenschaftler dieses riesige Puzzle zusammensetzen konnten. In einem eigens für dieses Schiff errichteten Museum steht nun ein 43 Meter langes und 5,6 Meter breites Barkenschiff, das nach 4.500 Jahren fast wie neu aussieht.