Etwa 65 Kilometer südlich von Kairo in der Nähe des Dorfes el-Lischt stehen die Pyramiden von Lischt, bei denen es sich um Pyramiden der ersten Pharaonen aus der 12, Dynastie handelt.Genauer gesagt, handelt es sich um die Pyramiden von Amenemhet I. und dessen Sohn Sesostris I., die heute fast 4.000 Jahre alt sind. Die Pyramide von Amenemhet I. liegt im Norden, die von Sesostris I. im Süden. Beide Pyramiden sind zwei Kilometer von einander entfernt.  

Amenemhet I. knüpfte mit dem Bau der beiden Pyramiden wieder an die alte Pyramidenbautradition des Alten Reiches an, die seitdem geruht hatte. Dies führte zu einer Renaissance im Pyramidenbau und alle Pharaonen des Mittleren Reiches wählten diese Form der Grabanlage. Im Vergleich zu den bisherigen Pyramiden wurde die Pyramide von Amenemhet I. relativ schnell und unsorgfältig errichtet. Das bedeutet, dass nicht die gesamte Pyramide aus Steinblöcken bestand, sondern Zwischenräume zwischen den Blöcken gelassen wurden, die mit Ziegeln, Bauschutt oder Steinblöcken älterer Bauten verfüllt wurden. Nachdem die Pyramiden im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Ursachen ihre Außenverkleidung verloren, war dieser heterogene Baukörper den Witterungseinflüssen und damit der Erosion stark ausgesetzt. Das führte zu der heutigen, recht eigenartigen, abgeflachten Hügelform der einstigen Pyramiden.

Die zweite Pyramide, die Pyramide des Sesostris I., ist größer als die erste. Ihr Pyramidentempel ist besser erhalten. Hier haben Archäologen zehn lebensgroße Statuen des Königs gefunden. Insgesamt ist die Anlage noch nicht komplett erforscht, da einige wichtige Teile der Bauten durch das hohe Grundwasser unter Wasser stehen. Zusätzlich zu den beiden großen Pyramiden wurden noch einige Mastabas, Privatgräber und Nebenpyramiden gefunden.