Überblick

Etwa 20 bis 25 Kilometer südlich von Kairo befindet sich die bedeutendste Totenstadt aus dem alten Ägypten. Neben dem Tal der Könige und den Pyramiden von Gizeh gehört die Nekropole von Sakkara zu den wichtigsten, archäologischen Fundorten Ägyptens. Der Name Sakkara geht wohl auf den Gott Sokar, einen archaischen Totengott und Lokalgott der Region westlich von Memphis, zurück. Ein Besuch von Kairo aus nimmt einen vollen Tag in Anspruch.

Die Nekropole von Sakkara teilt sich in zwei Gebiete, Sakkara Nord und Sakkara Süd. Über dieses Freilichtmuseum erstrecken sich Gräber, Mastabas, Pyramiden, Katakomben und Totentempel. Sie stammen aus der rund 3.000 Jahre dauernden Zeit, als Sakkara eine der bedeutendsten Stätten für den Totenkult, die Grablegung und die Verehrung hoher Verstorbener war. In Sakkara ließen sich zahlreiche Könige bestatten. Obwohl die Gräber in Sakkara aus konservatorischen Gründen für den Tourismus nicht zugänglich sind, gibt es für die Besucher einige Highlights von Außen zu bestaunen bzw. die für den Eintritt geöffnet sind. Die gesamte Nekropole ist acht Kilometer lang und zwei Kilometer breit. Im Norden der Anlage befindet sich die berühmte Stufenpyramide des Königs Djoser aus der 3. Dynastie. Sie ist der älteste, monumentale Steinbau Ägyptens. Ebenfalls im Norden befindet sich das berühmte Serapeum, Katakomben und Ganggalerien, in denen vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum ersten Jahrhundert v. Chr. mumifizierte, heilige Stiere beigesetzt wurden. Und im Norden liegen auch noch die bedeutenden Ruinen eines koptischen Klosters, nämlich des Klosters vom Heiligen Jeremias, das im 5. Jahrhundert gegründet und im 10. Jahrhundert schon wieder zerstört worden war. Zahlreiche Gegenstände aus diesen koptischen Ruinen sind heute im koptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Etwa sieben Kilometer weiter südlich von den Ruinen und Gräbern im Norden befindet sich das Pyramidengebiet, die aus verschiedenen Dynastien stammen. Da dieser Bereich nur mit Sondergenehmigung und geländegängigen Fahrzeugen zu erreichen ist, hält sich der Besucherandrang im südlichen Teil von Sakkara in überschaubaren Grenzen. Die meisten Besucher und Touristen halten sich im nördlichen Teil bei der Djoserpyramide auf.Der Pyramidenkomplex des Djoser

Sie haben eben über die Nekropole Sakkara erfahren, dass die weltbekannte Stufenpyramide des Königs Djoser im nördlichen Teil der Totenstadt Sakkara steht. Sie stammt aus dem 27. Jahrhundert v. Chr. bzw. aus der dritten Dynastie. Neben dieser Stufenpyramide gab es noch weitere Pyramidenbauten, deren Überreste heute allerdings nur geübten Archäologenaugen auffallen. Die Grabanlage des Pharao Sechemchet zum Beispiel ist so eine. Obwohl es noch mehr Stufenpyramiden in Ägypten gibt, auch auf der Insel Elephantine bei Assuan, genießt die große Djoserpyramide in Sakkara den Ruhm des ersten, monumentalen Steingebäudes Ägyptens. Ihre Höhe betrug einst 60 Meter und ihr Grundriss ist mit den Maßen von 123 Metern in der Ost-West-Achse mal 107 Metern in der Nord-Süd-Achse nicht ganz quadratisch. Die Errichtung mehrerer horizontaler Steinschichten übereinander führte bei diesem Bauwerk schließlich zu der optischen Wirkung einer Treppe, die in den Himmel führt.

Das Innere der Pyramide zeichnet sich durch ein umfangreiches Gänge- und Kammernsystem mit zahlreichen Magazinen aus. Die Grabkammer des Königs befindet sich direkt unterhalb der Pyramide. Sie bildet das Zentrum eines Grabbezirkes, der von einer 545 Meter mal 278 Meter langen Umfassungsmauer umgeben ist. Ihr Verlauf wird von Nischen gegliedert und 14 Scheintüren deuten kultische Eingänge an. Das einzige echte Eingangstor befindet sich in der Südostecke der Anlage, das heute von den Touristen als Zugang zum Grabkomplex des Djoser genutzt wird. Neben dem großen Festhof gibt es noch einen kleineren Festhof und steinerne Kapellen, die als massive Steinbauten ohne Innenräume, abgesehen von einer Statuennische, den Festhof flankieren.

Bei den Archäologen und Wissenschaftlern herrscht noch viel Unklarheit über die Deutung dieser Anlage mit dem Grabkomplex und der Stufenpyramide. Weitere Forschungen und Ausgrabungen sind nötig, um diesem Teil der Nekropole von Sakkara weitere Geheimnisse zu entlocken. Zahlreiche Forscherteams widmen sich dieser Aufgabe, auch, um den Komplex der Nachwelt zu erhalten.

Weitere bedeutende Grabanlagen in Sakkara-Nord

Neben dem Grabkomplex des Djoser mit der Stufenpyramide gibt es noch so viel mehr in Sakkara zu entdecken, so dass die Zeit der meisten Besucher dafür nicht ausreicht. Von der enormen Vielzahl der Denkmäler und Gräber sind nicht alle für den öffentlichen Publikumsverkehr zugänglich. Beispielhaft für zugängliche Gräber soll die folgende Aufzählung stehen.
  • Die Mastaba des Ti (5. Dynastie, um 2400 v. Chr.)
  • Die Mastaba des Ptahhotep und Achethotep (5. Dynastie, um 2350 v. Chr.)
  • Die Mastaba des Mereruka (6. Dynastie, um 2300 v. Chr.)
  • Die Mastaba des Kagemni (6. Dynastie, um 2300 v. Chr.)
  • Weitere wichtige Gräber in Sakkara
  • Die Pyramide des Unas (5. Dynastie, um 2340 v. Chr.)
  • Die Pyramide des Teti (6. Dynastie)