Rund 150 Kilometer südöstlich von Kairo und rund 100 Kilometer südlich von Suez befindet sich das Kloster des St. Antonius. Es liegt in den Gebirgszügen der östlichen Wüste zwischen dem North Galala Plateau und dem South Galala Plateau rund 25 Kilometer von der Küste des Roten Meeres entfernt. Das Kloster ist eine koptisch-orthodoxe Anlage, die zugleich die älteste und größte, koptische Klosteranlage Ägyptens ist.

Das Kloster St. Antonius wurde nach dem Heiligen Antonius benannt, der dort als asketischer Einsiedler in der Wüste lebte und Gründer einer Eremitischen Mönchsgemeinschaft war. Der Bau des Klosters begann nach dem Todes des Antonius an seiner Grabstätte. Zulauf erhielt das Kloster von koptischen Flüchtlingen aus den Klöstern des Wadi Natrun im südwestlichen Nildelta, die vor den Repressalien arabischer Beduinen und Berberstämme flohen. Eine geschickte und sparsame Wassernutzung ermöglichte eine effektive Oasenwirtschaft, die das Überleben der Bewohner des Klosters sicherstellte. Aber auch das Antoniuskloster war vor Überfällen und Plünderungen nicht sicher, so dass die Klosteranlage mit Wehrmauern verstärkt wurde.

Das Kloster ist heute noch Wohnsitz von 300 Mönchen, die sich um die Gärten, Obstbäume, Gemüsebeete sowie die Oliven- und Palmenhaine kümmern. So wie seit jeher versorgen sich die Mönche selbst und können deshalb autark leben. Vom ersten Klosterbau sind nicht viele Reste erhalten geblieben, der sakrale Kernbau stammt aus dem 6. Jahrhundert, die meisten anderen Gebäude sind rund 400 Jahre jünger.

Wer die Gästeräume des Klosters in Anspruch nehmen möchte, sollte sich vor der Reise unbedingt über die Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten informieren, denn rund um das Kloster gibt es keine Ausweichmöglichkeiten. Eine Möglichkeit für einen ersten Eindruck kann man sich auf der Internetseite des Klosters verschaffen.