In der südlichen Altstadt von Kairo befindet sich neben der er-Rifai-Moschee und direkt gegenüber der Zitadelle eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke Kairos. Die Sultan-Hassan-Moschee wurde zwischen 1356 und 1363 errichtet und war zu dieser Zeit die größte Moschee der Welt und damit gleichzeitig auch das größte Gotteshaus der islamischen Welt. Die Moschee wurde als Gebetshaus, als Mausoleum, als Koranschule und als Versammlungsort für Geistliche geplant, gebaut und genutzt. Die Sultan-Hassan-Moschee war nach ihrer Fertigstellung zeitweise Wohn- und Arbeitsstätte für einige hundert Menschen, darunter geistliches Personal wie Gelehrte, Koranschüler, Muezine, Mullahs und Bedienstete, die für die Unterhaltung der Moschee sorgten.

Benannt wurde die Moschee nach ihrem Erbauer Al-Nasir Al-Hasan, der in zwei Regierungszeiten als Sultan von Ägypten die Geschicke des Landes lenkte.  Al-Nasir Al-Hasan lebte von 1334 bis 1361 und hat damit die Vollendung der Moschee selbst nicht mehr miterlebt, denn er wurde das Opfer eines Mordkomplotts. Interessanterweise regierte Al-Nasir Al-Hasan bereits als Teenager von 1347 bis 1351, bevor er durch eine Intrige gestürzt und in der nahegelegenen Zitadelle gefangen gehalten wurde. Erst durch loyale Unterstützer konnte er für eine zweite Regierungszeit das Amt des Sultans von Ägypten bekleiden. Seine Zeit im Gefängnis nutzte Al-Nasir Al-Hasan, um sich zu bilden. Er las viel und pflegte seine religiöse Beflissenheit.

Ähnlich wie heutzutage wurde auch beim Bau der Sutlan-Hassan-Moschee gespart. Der Bau wurde nie in den ursprünglich vorgesehen Maßen errichtet, denn die Kosten hatten den vorgesehenen Rahmen schon deutlich überschritten. bevor mit dem Bau von vier weiteren Minaretten begonnen werden sollte. Dennoch ist der Bau für die Verhältnisse im frühen Mittelalter eine große, architektonische und organisatorische Meisterleistung. Es gibt zwei Eingänge in die Moschee, von denen die Touristen in der Regel den Haupteingang benutzen. So gelangt man über eine Treppe in die Eingangshalle mit der Kuppel, wo die Besucher ihre Schuhe ausziehen, denn das Betreten eines islamischen Heiligtums ist mit Straßenschuhen nicht gestattet. Von der Eingangshalle öffnen sich weitere Gänge und Wege ins Innere der Sutlan-Hassan-Moschee. Eine bauliche Besonderheit zeichnet die Sultan-Hassan-Moschee aus. Durch die Verwendung vieler verschiedener Gesteine präsentiert sich die Moschee dementsprechend auch in vielen verschiedenen Farben. Im Inneren des Gebäudes befindet sich außerdem das Mausoleum des Sultans mit dem offenen Sarkophag.