Die Tempelanlage in Luxor gehört neben der zweieinhalb Kilometer entfernten Tempelstadt Karnak zu den bedeutendsten Heiligtümern des Alten Ägypten. Beide Tempelanlagen waren einst mit einander verbunden, eine schnurgerade Allee gesäumt von Sphinxen Statuen führte von Luxor nach Karnak. Diese Allee ist heute zumindest an ihren Endpunkten rekonstruiert. Die Stadtverwaltung von Luxor erwägt den kompletten Wiederaufbau dieser Allee. Diesem Vorhaben stehen allerdings Wohnhäuser und Kirchen der Stadtbevölkerung von Luxor im Wege, so dass sich gegen diese Planungen auch Widerstand regt.

Der Tempel mit einer Gesamtlänge von mehr als 250 Metern diente als Kulisse für religiöse Zeremonien und den Götterkult. Dabei ging es um geheime Riten und kultische Handlungen sowie andere religiös dominierte Themen. Bedeutend für diese Anlage ist die Vereinigung der drei großen historischen Phasen Ägyptens: Dem Alten Ägypten der Pharaonen, dem christlich-koptischen Ägypten und dem islamischen Ägypten. Ein sehr bedeutendes bauliches Merkmal betrifft den Eingangspylon des Luxor-Tempels. Er ist mit fast 65 Metern Breite und 25 Metern Höhe einer der größten Torbauten in Ägypten und wird nur noch von den drei ersten Pylonen in Karnak und dem Pylon am Tempel von Edfu übertroffen.

Ein Säulengang verbindet den Hof Ramses II mit dem südlichen Tempelbereich. Er stammt von Amenophis III und Tutanchamun. Sieben Säulen stehen an jeder Seite des Ganges. Sie sind 16 Meter hoch und tragen offene Papyrus-Kapitelle. Eine doppelte Säulenreihe umgibt den zweiten Hof der Tempelanlage an drei Seiten. Dieser Säulenhof geht in eine Säulenhalle über. In diesem Hof haben 1989 ägyptische Archäologen Götter- und Königsstatuen ausgegraben. Im weiteren Verlauf der Bauten folgen die zentralen Räume der Heiligtümer mit ihren Seitenkammern und Anbauten.