Der Hathor-Tempel in Dendera gehört neben den anderen Tempeln, die man während einer Nilkreuzfahrt besucht, zu den schönsten und vor allen Dingen ist er einer der am besten erhaltenen Tempel Ägyptens. Mit seiner erhaltenen Dachkonstruktion vermittelt er tatsächlich einen Eindruck davon, wie die Tempel im Ägypten der Vergangenheit einmal ausgesehen haben. Somit ist der Hathor-Tempel ganz gewiss eines der absoluten Highlights einer Ägyptenreise. Dendera und damit auch der Hathor-Tempel liegt an der Flussschleife des Nils, die er nördlich von Luxor beschreibt. Hier fließt der Fluss zuerst in östlicher Richtung, bildet dann bei Qena den sogenannten Qena-Bogen, in dem er sich wieder westwärts wendet und dann anschließend Richtung Norden nach Kairo und zu seiner Mündung im Nildelta fließt.

Aufgrund dieser topographischen Verhältnisse liegt die Hauptachse dieses Tempels nicht wie üblich in Ost-West Richtung sondern in Nord-Süd Richtung. Vor dem Tempel liegt so zusagen das fruchtbare Niltal und dahinter die Wüste. Entstanden ist der Hathor-Tempel von Dendera hauptsächlich in ptolemäischer Zeit, aber auch zur Zeit der Römer in Ägypten wurde an dem Tempel weitergebaut. Historische Fotos zeigen den Tempel noch mit einer sehr gut erhaltenen Verzierung aus Reliefs und Hyroglypheninschriften, die heute allerdings schon stark verblasst sind.

Eine Besonderheit des Tempels ist die Tatsache, dass er einer Götterdreiheit gewidmet ist. Hier wurden die Göttin Hathor, ihr Mann Horus (von Edfu) und deren gemeinsames Kind Ihi verehrt. Die Göttin Hathor ist eine sehr alte Göttin, die entweder als heilige Kuh oder in Menschengestalt mit Kuhhörnern dargestellt wurde. Ihr Name bedeutet so viel wie „Haus des Horus“. Die Griechen erkannten in der Göttin Hathor ihre Göttin Aphrodite wieder.

Der Tempelkomplex hat Ausmaße von 291 Metern mal 280Metern und ist damit fast quadratisch. Man betritt den Komplex durch ein Tor aus römischer Zeit und steht vor vor der Front des eigentlichen Tempelbaus. Überreste einer koptischen Kirche sowie andere Ruinen prägen aber ebenfalls die Szenerie. Der Bau des Tempels selbst misst 35 Meter mal 31 Meter. Große Eingangspylone, wie man sie als Besucher vielleicht schon in Luxor und Karnak oder in Edfu gesehen hat, besitzt der Hathor-Tempel in Dendera nicht. Kleine Öffnungen im Dach sorgen für die Beleuchtung der Reliefs an den Innenwänden des Tempels. Auch an den Außenwänden des Tempels finden sich zahlreiche Reliefdarstellungen ptolemäischer und römischer Herrscher bei der Durchführung ritueller Zeremonien.

Eine interessante Gelegenheit für einen Überblick über die gesamte Tempelanlage bietet ein Aufstieg auf das Dach des Hathor-Tempels. Man kann von oben die Reste eines kleinen Isis-Tempels sehen. Außerdem befinden sich auf dem Gelände noch die Überreste besagter koptischer Kirche und die Ruinen eines heiligen Geburtshauses aus römischer Zeit. In der Südwestecke des Tempelkomplexes befindet sich der Heilige See, der 25 Meter lang und 21 Meter breit ist. In diesem Wasserbecken wurden die rituellen Waschungen der Priester vollzogen.