Zwei Kilometer nördlich von Luxor befindet sich ein Ort, der jährlich von Millionen Touristen besucht wird. So ein Besuch ist neben der Besichtigung der Pyramiden in Gizeh ein weiterer Höhepunkt jeder Reise nach Ägypten. In Karnak befindet sich ein riesiger Komplex verschiedener Tempel und Kultanlagen. Die Überreste dieser Bauten sind nicht einfach nur Ruinen, sondern sie stellen eine große Totenstadt dar, in der alle Elemente mit einander in Beziehung stehen.

Karnak war über viele Jahrhunderte hinweg das religiöse Zentrum Ägyptens und Hauptkultort des Reichsgottes Amun-Re. Die ältesten, archäologischen Funde aus Karnak datieren das Alter der Anlage auf ungefähr 4.000 Jahre, wobei man davon ausgeht, dass sich unter den heute sichtbaren Bauten noch ältere befinden. Das älteste Bauwerk in Karnak ist eine kleine Kapelle, die ganz bestimmten Riten diente. Da die Steine dieser Kapelle im Neuen Reich als Baumaterial für andere Zwecke dienten, haben Archäologen diese Steine inzwischen wieder zusammengesetzt und die Kapelle wieder an ihren Platz gestellt.

Architektonisch beeindruckt die Anlage durch ihre Größe, ihre Vielfalt und ganz besondere Superlative. Die Anlage ist geprägt durch zahlreiche Um-, An- und Ausbauten, die zum Teil mit dem vorhandenen Baumaterial durchgeführt wurden. So entstanden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neue Kultkapellen, Tore, Obelisken, Statuen, Säulenhallen, Höfe, Prozessionswege, Sphinxalleen und Verwaltungsgebäude mit Lagerräumen und Magazinen. Zu den Erbauern der Anlage zählen unter anderem zum Beispiel die Königin Hatschepsut oder Ramses II. Mit der Ausbreitung des Christentums in Ägypten in den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus endete die Geschichte von Karnak, weil die Bauerweiterungen und die Ausübung der Kulthandlungen langsam eingestellt wurden.

Die Tempelstadt von Karnak besteht aus drei großen Bezirken. Die Bezirke von Mut im Süden, Month im Norden, und Amun im Zentrum der über eine zwei Kilometer lange Sphinxenallee mit den Tempeln in Luxor verbunden ist, werden,in eigenen Abschnitten beschrieben.

Freilichtmuseum

Im Freilichtmuseum kann man seine Route durch die Tempelanlagen von Karnak chronologisch beginnen. Zum Freilichtmuseum kommt man über das nördliche Tor des ersten Hofes, nachdem man einen kleinen Extra-Eintritt bezahlt hat. Das lohtn sich aber auf jeden Fall, da die großen Touristenströme das Freilichtmuseum meist auslassen.

Ein besonders bemerkenswertes Bauwerk ist die sogenannte „Weiße Kapelle“, die auf Grund ihrer klaren Formen, der Symmentrie und der kunstvollen Ausarbeitung beeindruckt. Sie hatte Grundrissmaße von 6,54 Metern mal 6,54 Metern mit sechzehn Pfeilern, diente als Stationsheiligtum bei kultischen Proezessionen und wurde bei französischen Ausgrabungsarbeiten unter Henri Chevrier in den Jahren 1927-38 geborgen,

Ein weiteres Bauwerk ähnlicher Größe ist der Alabasterschrein des Königs Amenophis I. aus der 18. Dynastie. In ihren Reliefs ist Amenophis mit erstaunlich detailreichen Gesichtszüen dargestellt. Ein farbiges Kontrastbauwerk ist die „Rote Kapelle“ der Königin Hatschepsut, die aus rötlichem Qurzit und schwarzem Granit gebaut ist und nicht wie die anderen Bauten aus hellem Kalkstein.