Festtempel von Thutmosis III. und Heiliger See

Quer zur Hauptachse des Amun-Tempels und östlich hinter dem Allerheiligsten  befindet sich ein Anbaukomplex, der Festtempel von Thutmosis III. Die große, an eine Basilika erinnernde Halle besteht aus Mittel und Seitenschiffen. Das Mittelschiff wird von Säulen getragen, die Seitenschiffe sind mit Pfeilern ausgestattet. Die Ausmaße der Festhalle betragen 44 Meter mal 16 Meter, hier wurde die Jubiläumsfeier des Sed-Festes abgehalten, wobei rituelle Handlungen zu Ehren des Königs durchgeführt wurden.

In der Hauptachse zum Amun-Tempel befinden sich drei hintereinander liegende Räume, in die man über einen Durchgang in der Ostwand des Festsaales gelangt. Einer der Räume weist Reliefdarstellungen der Pflanzen- und Tierwelt auf, die dem Schöpfer Amun-Re zu Ehren angefertigt wurden. Diese Verbindung von göttlicher und königlicher Macht war auch die Hauptaufgabe des Tempels.

Eine durchaus nicht nur auf Karnak beschränkte Eigenheit von Tempelanlagen im alten Ägypten sind Tempelteiche, die auch „Heiliger See“ genannt werden. Der Heilige See in Karnak hat eine rechteckige Form, diese Tempelteiche können aber auch genauso gut rund wie ein Pool, ringförmig oder T-förmig angelegt sein. Die Tempelteiche dienten rituellen Handlungen wie Kultfahrten der Götterbarken, rituellen Reinigungen der Priester oder auch für Wasseropfer. Bei Wasseropferzeremonien wurde dann das Wasser aus dem Heiligen See geschöpft.

Das Besondere an dem Tempelteich von Karnak ist im Vergleich zu anderen derartigen Anlagen seine Größe von 77 Metern mal 120 Metern. Damit ist er der größte Tempelteich. Am See kann man beim Rundgang durch die Anlage gut pausieren, denn es gibt einen Imbiss und ein Café. Abends kann man von der nahen Tribüne die Sound und Licht Shows ansehen.

Nord-Süd-Achse und die südlichen Tempel

Neben der Ost-West-Achse der Tempelanlage von Karnak ist die Nord-Süd-Achse die zweite, wichtige Achse. Sie verbindet den Mut-Tempel südlich des Amun-Tempels mit dem Amun-Tempel in Luxor. Das Besondere an der Nord-Süd-Achse sind die Pylone, die als Torbauten den Prozessionsweg zwischen Luxor und Karnak markieren bzw. verdeutlichen, in dem sie eine lange Allee bilden.