Bis zu seinem Rücktritt am 11. Februar 2001 war Hosni Mubarak der 4. Staatspräsident Ägyptens. Nach massiven Protesten aus der Bevölkerung legte er an diesem Tag sein Amt nieder. Hosni Mubarak wurde am 4. Mai 1928 geboren und stammte wie Sadat oder Nasser aus eher bescheidenen Verhältnissen. Mubarak begann nach seiner Schulzeit eine Laufbahn beim Militär, das nach der Unabhängigkeit von Großbritannien einen guten Ruf besaß und auch Männern aus unteren Bevölkerungsschichten berufliche Perspektiven bieten konnte. Mubarak ließ sich zum Kampfpiloten ausbilden, sowohl in Ägypten als auch beim Bündnispartner Sowjetunion. Mubarak machte Karriere beim Militär und war auch im nordjemenitischen Bürgerkrieg und im Jom-Kippur-Krieg im Einsatz. Anwar as-Sadat machte ihn zum Vizepräsidenten und förderte Mubaraks Karriere weiter. Nach dem Attentat auf Sadat im Jahr 1981 konnte Mubarak sofort die Nachfolge im Amt des Staatspräsidenten antreten.

Ab diesem Zeitpunkt war die Amtszeit von Hosni Mubarak durch seine Angst vor weiteren Attentaten geprägt, denn des Attentat gegen Sadat erlebte er in unmittelbarer Nähe und überlebte selbst nur durch glücklichen Zufall. Mubarak setzte einen Notstand in kraft, der bis zum Ende seiner Amtszeit im Februar 2001 anhielt. Mubaraks Befürchtungen hinsichtlich eines erneuten Attentats waren dann auch nicht ganz unbegründet, denn es gab später mehrere Versuche gegen ihn. Seine politischen Gegner versuchten aber nicht nur, Mubarak selbst zu töten, auch gegen die Touristen, die wichtige Einnahmequelle und Wirtschaftsfaktor sind, wurden in der Regierungszeit Hosni Mubaraks Anschläge verübt. Zwei der schwersten waren ein Anschlag auf einen Reisebus im Zentrum von Kairo im Jahr 1997, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen, und ein brutaler Überfall in Luxor, bei dem im selben Jahr 58 Touristen starben. Daraufhin wurde die Sicherheitspräsenz erhöht.

Ein hohes Ansehen genoss Mubaraks Außenpolitik, besonders in Europa und den USA, wo sie als stabilisierender Faktor für die Region angesehen wurde. Auch der Nachbar Israel schätzt den Frieden mit Ägypten, denn dadurch ist die gemeinsame Grenze nicht Gegenstand von Auseinandersetzungen. Unter Mubarak gab es auch Erfolge beim Ausbau der Infrastruktur, Fortschritte bei der Industrialisierung und im Tourismus. Die Kehrseite dieser recht positiven Entwicklung war aber die Tatsache, dass nur eine kleine, privilegierte Schicht davon profitieren konnte. Der Unterschied zwischen Arm und Reich nahm zu. Unmut machte sich breit, ob der zunehmenden Arbeitslosigkeit, stagnierenden Löhnen und der Korruption. Auch wenn die meisten Ägypter diese Zustände mehr oder weniger hingenommen hatten, im Januar und Februar 2011 entlud sich der Unmut in Massenprotesten im ganzen Land, die zunächst von den jüngeren Ägyptern ausgingen. Die Bewegung griff schließlich auf die Mitte der Gesellschaft über. Auch Mitglieder der Muslimbruderschaft schlossen sich den Protesten an. Ende Januar dann entließ Mubarak sein Kabinett erteilte einem eigen Rücktritt aber eine Absage – bis der Druck am 11. Februar so groß geworden war, dass auch Mubarak seine Ämter aufgab. Das Militär, das in Ägypten ein hohes Ansehen genießt, übernahm für eine Übergangszeit die Verantwortung für das Land.