König Fuad I. König von Ägypten

König Fuad lebte von 1868 bis 1936. Er war als neunter Herrscher zunächst Sultan von Ägypten und trug nach der offiziellen Anerkennung der ägyptischen Souveränität durch Großbritannien den Titel ?König von Ägypten und Sudan, Souverän von Nubien, Kordofan und Darfur?. Sein Amtsantritt fiel in den Ersten Weltkrieg. Er war überschattet von den militärischen Aktivitäten der Briten, die von Ägypten aus versuchten, die Herrschaft des Osmanischen Reiches im östlichen Mittelmeerraum zu brechen. Die Präsenz der Briten prägte demzufolge auch die Amtszeit Fuads. Obwohl ab 1922 Ägypten offiziell unabhängig wurde, da zuvor die antibritische Haltung zugenommen hatte, zogen die einstigen Kolonialherren im Hintergrund immer noch die Fäden.

Fuad hatte auch innenpolitische Auseinandersetzungen zu bewältigen. Die Waadt-Partei wollte die königliche Macht in konstitutionelle Schranken weisen und die demokratischen Strömungen in Ägypten und das Parlament wollten die staatlichen Institutionen stärken. Fuad scheiterte jedoch mit seinen Bemühungen dagegen und gab angesichts wachsendem, öffentlichen Drucks nach. Fuad pflegte ein lebhaftes Dasein mit zahlreichen Intrigen, die gute Nahrung für die Klatschpresse waren. Sein ältester Sohn aus zweiter Ehe wurde unter dem Namen Faruk I im Alter von nur 16 Jahren Nachfolger seines Vaters, als dieser 1936 plötzlich starb.