Vorläufersiedlungen von Kairo gab es bereits im 4. Jahrhundert, als die Kopten begannen, dort ihre ersten Kirchen und Schutzmauern zu errichten. Geographisch gesehen, siedelten die ersten Kopten zwischen den Ausläufern des Muqattam Gebirges, die sich östlich von Kairo befinden, dem Nildelta und dem Nil sowie dem Pyramidenplateau im Westen. Diese natürlichen Grenzen bilden auch heute noch den alten Stadtkern von Kairo. Als die arabisch-islamischen Eroberer ab dem 7. Jahrhundert nach Ägypten kamen, befanden sich die religiösen bzw. politischen Zentren in Mekka und Medina bzw. in Damaskus, wo die Dynastie der Omayyaden herrschte sowie später in Bagdad, wo die Abbasiden regierten. Da Ägypten als Ausgangspunkt für die weiteren Eroberungen an der nordafrikanischen Küste diente, rückte das Land immer mehr ins Zentrum des arabisch-islamischen Großreiches. Die Bedeutung Ägypten wuchs außerdem durch die große Bevölkerung und die Wirtschaftskraft.Zu einem Zentrum des Islams wurde Kairo nach dem Zerfall des Großreiches erst durch die Eroberung Ägyptens durch die Fatimiden. Sie machten die Stadt zur Hauptstadt des Landes und legten damit auch den Grundstein für die heutige Bedeutung Kairos in der islamisch-arabischen Welt. Zusammen mit dem alten Heerlager Fustat (Altkairo) bildete das neu gegründete Neukairo (al-Qahira) eine der bedeutendsten Motropolregionen der islamischen Welt.Die große Bedeutung für den Islam verdeutlicht die bereits im Jahr 859 als Moschee gegründete Al-Azhar-Universität. Sie ist in diesem Zusammenhang nicht nur die zweitälteste Religionsschule und islamische Universität der Welt, sondern bis heute auch eine herausragende Institution in Bezug auf islamische Glaubensfragen. 300.000 bis 400.000 Studenten sind heute an der Al-Azhar-Universität eingeschrieben.Alle islamischen Dynastien des Mittelalters haben in Kairo ihre baulichen Spuren hinterlassen und teils prächtige Bauwerke wie Moscheen und Koranschulen errichtet. Kairo entwickelte eine große Anziehung auf Gelehrte aus dem gesamten Nahen Osten, die dort studierten oder lehrten. Einen weiterer Bedeutungsgewinn verzeichnete Kairo im 13. Jahrhundert, als die mongolischen Eroberungen bis weit in die Arabische Halbinsel z.B. nach Persien und Mesopotamien vordrangen. Die Mongolen zerstörten Bagdad, womit ein Machtvakuum entstand, von dem Kairo profitieren konnte, da sich der Schwerpunkt der islamischen Welt nun hierhin verschob. Auch später während der Epoche der Kreuzzüge konnte sich das ägyptisch-syrische Reich als der mächtigste Staat der Region behaupten. Damit fungierte Ägypten auch als wichtiger Vorkämpfer des Islams gegen de christlichen Kreuzfahrer. Auch Mekka und Medina standen zeitweise unter dem Machteinfluss Ägyptens. Die Bedeutung Kairos unterlag im weiteren Verlauf der Geschichte zwar einigen Schwankungen, z.B. während der Zeit des Osmanischen Reiches. Im 19. Jahrhundert gewann die Stadt jedoch ihre einstige Bedeutung zurück und konnte dann auch wieder Mekka und Medina kontrollieren.Heute ist Ägypten einer der bedeutendsten Staaten in der arabischen Welt und Kairo eine der wichtigsten Metropolen des Islams. Außerdem ist Kairo die wichtigste und größte Stadt auf dem afrikanischen Kontinent. Im Stadtgebiet von Kairo leben etwa 8 Millionen Menschen, Schätzungen für den Großraum gehen von 16 bis 25 Millionen Einwohnern aus.