Die Muslimbruderschaft entstand 1928 als Gegenbewegung zur zunehmenden Europäisierung Ägyptens. Arbeiter der Suez-Kanal-Gesellschaft gründeten die Organisation, die sich zu einer der einflussreichsten islamischen Organisationen entwickelt hat.

Zu den Zielen der Muslimbruderschaft gehören unter anderem:
  • Einführung der Scharia
  • Unterstützung einer Regierungsbildung nach islamischen Grundsätzen
  • Entsagung von westlich-dekadenten Lebensstilen und Konsumformen
  • Hinwendung zu islamischen Traditionen
  • Verbreitung islamischer Ideen und Grundsätze in der Gesellschaft

Obgleich diese Ziele aus westlicher Sicht sehr konservativ wirken, arbeitet die Muslimbruderschaft seit Jahrzehnten als wohltätige Organisation. Schulen, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen werden von der Organisation unterstützt, die sich auf diese Weise natürlich die Sympathie in der Bevölkerung erwirbt, insbesondere in den weniger wohlhabenden resp. armen Bevölkerungsgruppen. Die Ideen der Muslimbruderhaft haben es sogar über die Grenzen Ägyptens hinaus in die Levante und einige Länder Nordafrikas geschafft. Schon zehn bis 20 Jahre nach ihrer Gründung war die Bewegung auf einige hunderttausend Anhänger angewachsen. Heute zählt man über eine Million Mitglieder und zahlreiche Unterstützer und Sympathisanten.Während der ägyptischen Revolution von 1952 unterstütze die Muslimbruderschaft die Aufständischen und die Geheimorganisation der Freien Offiziere, zu der auch die späteren Staatspräsidenten Mohammad Nagib, Gamal Abdel Nasser und Anwar as-Sadat gehörten. Sadat war sogar selbst ein Muslimbruder. Allerdings standen die Muslimbrüder den Ideen Gamal Abdel Nassers entgegen, so dass er die Organisation verbot und ihre Mitglieder verfolgen ließ. Die Gründe dafür waren vor allem die religiöse Ideologie der Muslimbruderschaft, die konträr zu Nassers Ideen eines pan-arabisch sozialistischen Staates und das Attentat auf Gamal Abdel Nasser. selbst. Die Regierung Anwar as-Sadats lockerte die Verbote und Verfolgungen gegen die Muslimbrüder, wohingegen sie unter der Regierungszeit seines Nachfolgers Hosni Mubarak wieder verschärft wurden. Während der Revolution im Frühjahr 2001 haben sich die Muslimbrüder aktiv im Hintergrund gehalten, da sie sich bis dato auch wiederholt von radikalen Fundamentalisten, militanten Gruppierungen und Terrorakten distanziert haben.