Die islamische Welt hat sich früh nicht nur politisch sondern auch religiös gespalten, und zwar in zwei Hauptrichtungen – die Sunniten und die Schiiten. Die zweitgrößte Konfessionsgruppe machen die Schiiten aus. Sie heißt auch Schia. Die Anhänger der Schia berufen sich auf den den Schwiegersohn des Propheten: Ali Ibn Abi Talib, der mit der Tochter des Propheten, Fatima, verheiratet war. Nur ein direkter Nachfahre von Ali Ibn Abi Talib dürfe ihrer Meinung nach als geistlicher Führer der Muslime fungieren. Die größte Glaubensrichtung im Islam machen die Sunniten aus. Auch in Ägypten ist die Mehrheit der Muslime dieser Glaubensrichtung zuzurechnen. Abgesehen von den Herrschern der Fatimiden-Dynastie in Ägypten von 969 bis 1171 waren auch alle Herrscher Sunniten. Die Spaltung zwischen diesen beiden Hauptrichtungen des Islam geht bis ins Jahr 680 zurück, als die Anhänger von Ali Ibn Abi Talib ihren Gegnern in einer Schlacht unterlegen waren.