Die Kunst des Alten Ägypten

Die Kunst des Alten Ägypten ist unverkennbar und einzigartig. Sie unterscheidet sich sehr deutlich von der Kunst in der Antikeund der Kunst aus dem Vorderen Orient. Jeder hat sicher schon einmal die typischen Wandmalereien mit der Abbildung von Ägyptern bei zeremoniellen Handlungen oder anderen Tätigkeiten gesehen. Der Reichtum und die Fülle an Kunstobjekten und Kunstschätzen sowie monumentalen Denkmälern aus der Zeit des Alten Ägyppten stellt das Land ohne Zweifel auf eine Stufe mit Griechenland oder Italien

Bedeutende Gattungen in der altägyptischen Kunst sind die Flachbildkunst und die Rundbildkunst. Der Unterschied ist ganz einfach zu erklären. Wandmalereien und Reliefs in den Tempeln anlagen oder in Gräbern zählen zur Flachbildkunst, Statuen und Säulen zählen zur Rundbildkunst. Dass diese visuellen Darstellungen eng mit der Religion des Alten Ägypten verknüpft sind, liegt in der Natur der Tempel und Gräber begründet. Die Malereien und Bildhauereien erfüllten demzufolge auch einen funktionalen und praktischen Zweck, denn sie konnten Bestandteile von Kulthandlungen sein.

Einige der bedeutendsten und repräsentativsten Objekte der Kunst des Alten Reiches sind im Ägyptischen Museum in Kairoausgestellt. Dazu gehören unter anderem Königsstatuen oder Statuen hoher Amts- und Würdenträger. Ein anderes Beispiel für eine bedeutende Rundplastik aus dem Alten Reich steht nicht im Ägyptischen Museum in Kairo, sondern auf dem Pyramidenplateau in Gizeh – die Sphinx.  Sie ist in ihrer Größe einzigartig. 

In der Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen Reich brach das Königtum in Ägypten zusammen und die zahlreichen professionellen Handwerker, die die Wandmalereien und Reliefs hergstellt hatten, bekamen zunehmend weniger Aufträge. Das führte auch zu einer Abnahme in der Qualität der künstlerischen Darstellungen. Auch in der Zweiten Zwischenzeit geschah Ähnliches und die handwerkliche Qualität nahm ebenfalls wieder ab. In der Hochzeit des ägyptischen Staatswesens entstanden allerdings wiederbedeutende Kunstwerke, die die Blüte des Landes repräsentierten. Ein Meisterwerk ägyptischer Bildhauerkunst ist zum Beispiel die weltberühmte Büste der Königin Nofretete, die auf der Museumsinsel in Berlin im Neuen Museum zu sehen ist, das das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung beherbergt. Wiederum im Ägyptischen Museum in Kairo sind die berühmtesten Kunstwerke aus dem Neuen Reich ausgestellt. Dabei handelt es sich um die Grabbeigaben Tutanchamuns, die einen meisterlichen Eindruck von der Kunstfertigkeit seiner Zeit geben.. 

Das Ende der typischen, altägyptischen Kunst begann in der römisch-byzantinischen Zeit, als die ägyptischen Stilmerkmale in der Kunst immer weiter verdrängt wurden und in den Hintergrund traten. Da die neuen Eroberer vorrangig ihrer eigenen Religion nachgingen, verloren die ägyptischen Kultanlagen an Bedeutung, so dass auch die Kunst an den Kultanlagen zurückging. Typische Formen und Motive verschwanden und gerieten in Vergessenheit.