Alexandria

Die antike Stadt am Mittelmeer

Nie betreten, wenngleich selbst gegründet, hat der Souverän die Stadt am Mittelmeer, die seinen Namen trägt: Alexandria oder El-Iskandariya. Mittelmeer-Urlauber können sich dieses Schmuckstück unmöglich entgehen lassen. Die Hafenmetropole zeigt im Gegensatz zu der orientalischen Metropole Kairo ein mediterran geprägtes Gesicht. Zu Zeiten Kleopatras galt sie als schönste Stadt Ägyptens und als der geistige Mittelpunkt des Hellenismus. Die Regierung Ägyptens will an diese alten Glanzzeiten anknüpfen und hat ein umfangreiches Stadtentwicklungsprogramm aufgesetzt. Auf eine Sehenswürdigkeit ist das Land besonders stolz: Seit 2002 besitzt Ägyptens zweitgrößte Metropole wieder eine „Bibliotheca Alexandrina“.Satelitenaufnahme von Alexandria.
Hier werfen Sie einen Blick auf die Corniche mit der neuen Bibliothek und dem Fort Kait Bey ganz oben links am Küsten-Zipfel.

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Größere KartenansichtDas antike Vorbild war mit 700.000 Schriftrollen die größte Schriftensammlung der Welt und machte Alexandria zum Gelehrtenzentrum des Altertums. Die neue Bibliothek soll, wie ihre berühmte Vorgängerin, ein Hafen für Gelehrte aus aller Welt sein und die Stadt für ihre Gäste noch attraktiver machen. Stichwort Hafen: Neben der Bibliothek war es vor allem der Leuchtturm von Pharos, der Alexandria so berühmt machte. Erst vor kurzem wurden vor der Küste der Stadt Überreste des Palastes der Kleopatra und eben des Leuchtturmes gefunden, der zu den Sieben Weltwundern der Antike zählt. Darüber hinaus findet der Tourist eine Fülle lohnender Sehenswürdigkeiten. Juli 2006 Seite 5 von 6 Die Hafenstadt am Nildelta ist heute mit 3,87 Millionen Einwohnern nach Kairo die zweitgrößte Stadt Ägypten. Alexandria war eine der großen Städte der Antike und erlebte ihre Blüte in der Zeit um 300 vor bis ins vierte Jahrhundert nach Christus. Dann fiel sie für anderthalb Jahrtausende in einen tiefen Dornröschenschlaf und wurde erst um 1800 von Mohamad Ali zu neuem Leben erweckt.

Heute durchzieht postkoloniale Architektur das Stadtbild und prägt die Atmosphäre, während viele Sehenswürdigkeiten noch aus der griechisch-römischen Zeit stammen. Im Sommer ist Alexandria mit seinem milden Klima und dem kühlenden Wind bei den Ägyptern beliebtes Ziel für einen Urlaub. Unter europäischen Touristen gilt die Stadt noch immer als Geheimtipp – die meisten zieht es weiter südlich zu den Gräbern der Pharaonen sowie den Tempeln am Nil. Eine Attraktion ist auch die Abul Abbas-Moschee an der Corniche, die unterschiedliche Elemente islamischer Architektur vereint. Als Wahrzeichen der Stadt erhebt sich das Fort Quait Bay, eine Mamluken-Festung aus dem 15. Jahrhundert, am früheren Standort des Leuchtturms von Pharos. Ein Relikt aus römischer Zeit und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Alexandrias ist die Pompejus-Säule aus rotem Granit mit knapp 27 Metern Höhe. Im Graeco- Romanischen Museum schließlich ist die Blütezeit Alexandrias in über 40.000 Exponaten dokumentiert. Das Museum illustriert eine Epoche, über die das Ägyptische Museum in Kairo keinen Aufschluss gibt, und beherbergt einen schönen Museumsgarten mit Freilichtmuseum. Einige der größten „Highlights“ Alexandrias liegen interessanterweise im Dunkeln, wie die unterirdische Stadt der Toten, Kom El-Shoqafa.

20 Meter unter der modernen Hafenstadt erstreckt sich ein weit verzweigtes Höhlensystem über drei Stockwerke, in dem die Alexandriner ihre Toten bestatteten. Entdeckt wurden die Katakomben durch Zufall, als ein Esel durch die Decke brach und 20 Meter in die Tiefe stürzte. Die Höhlen sind einzigartig in Anlage und Dekoration und verdeutlichen die Verbindung der Kulturen und Traditionen von Ägyptern, Griechen und Römern. Eine weitere Entdeckung in Alexandria sorgte vor kurzem für Aufsehen: Im Hafen des Vororts Abu Qir im Osten Alexandrias entdeckte der Archäologe Franck Goddio die legendäre Stadt Herakleion, die vor 1300 Jahren im Meer versank. Ihre Weltpremiere erlebte die Ausstellung „Ägyptens versunkene Schätze“ im Mai 2006 in Berlin.

Die archäologische Stätte im Hafen Alexandrias ist so reichhaltig, dass Tauchfreunde eine archäologische begleitete Tauchexkursion im Unterwassermuseum von Alexandria buchen und die archäologischen Überreste an der Insel Pharos und den Sommerpalast des Mark Anton besichtigen können. In Zusammenarbeit mit der UNESCO ist zudem ein „begehbares Unterwassermuseum“ geplant. Die Atmosphäre Alexandrias, die Lawrence Durrell und zahlreiche andere Schriftsteller inspiriert hat, ist heute noch lebendig und vor allem in den Cafés und Seitenstraßen zu finden. Hier lebt Durrells Alexandria – für ihn die Hauptstadt der Erinnerung – „zwischen Illusion und Realität". In kaum einer anderen Stadt ist die Atmosphäre so dicht und das Imaginäre so wichtig: “The city, half-imagined (yet wholly real), begins and ends in us, roots lodged in our memory. Have I not said enough about Alexandria?"