Königsgemahlinnen

Mehr als nur Geliebte

Königsgemahlinnen nahmen im Alten Ägypten eine besondere Stelle ein. Sie waren nicht nur die Hauptfrauen des Königs, sondern sie nahmen teilweise auch bestimmte Aufgaben und auch Führungspositionen an. Die Titulatur Große Königliche Gemahlin wurde vorwiegend im Neuen Reich verwendet. Nebenfrauen bekamen meist die Titulatur Große Geliebte Gemahlin des Königs. Der Unterschied ist deutlich. Während Hauptfrauen des Königs den Titel Königlich tragen durften, bekamen Nebenfrauen "nur" den Titel der Geliebten. Die Aufgabenverteilung zwischen den Frauen des Königs ist ebenfalls strikt geteilt. Die Große Königliche Gemahlin hielt spezielle Riten ab, die meist mit der Huldigung von Göttern wie Isis oder Hathor einhergehen. Außerdem hatten sie teilweise sogar politisches Mitspracherecht oder konnten selbst politisch agieren. Das war meist dann der Fall, wenn der König wegen kriegerischen Feldzügen, Erkundungen oder Sonstiges außer Landes war und sich nicht um Innen- und Außenpolitik seines Landes kümmern konnte. Somit oblag die gesamte Politik und Struktur von Ägypten in den Händen der Königsgemahlinnen. Natürlich kümmerte sich die Königin nicht nur um die Politik von Ägypten, sondern auch um andere Bereiche wie Wirtschaft oder Kultur. In welchem Umfang die Hauptfrau Mitspracherecht in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dingen hatte, bestimmte allein der König selbst. Es gab kein einheitliches Schema, so dass bestimmte Aufgaben nur auf Königinnen zutrafen. Somit gab es Königinnen, die wirklich fast die selbe Stellung einnahmen wie der König selbst. Ein Beispiel dafür war Nofretete, die anscheinend Mitspracherecht in allen Dingen besaß. Sie wurde sogar zusammen mit Feinden dargestellt, wobei sie triumphierend als überlegende Kämpferin und Siegerin posiert, ein Privileg was nur dem König vorbehalten war. Einige Nebenfrauen schafften es zur großen Königlichen Gemahlin aufzusteigen und zwar meist dann, wenn die eigentliche Hauptfrau verstarb. Dann bekamen sie die selben Privilegien wie die vorherige Hauptfrau zugesprochen. Nebenfrauen oblag es nicht ihre Namen in Kartuschen zu schreiben oder die königliche Krone zu tragen. Die Hauptfrau des Königs war meist als Königinmutter ernannt und war somit das Oberhaupt über den weiteren Nebenfrauen. Starb sie, dann nahm eine Nebenfrau ihren Platz an. Welche Nebenfrau dies sein würde, bestimmte allein der König.