Nefertari

Große Königliche Gemahlin von Ramses II

Datierung: etwa 1290-1255 v. Chr.
Namen: Nefertari Meritenmut, ägyptisch Nfrt jrj Mrjt n Mwt – "Die Schönste von allen, Geliebte der Mut"
Familie: belegt ist ein Sohn Amunherchepeschef, andere fragwürdig
Gatte: Ramses II
Position: Große Königliche Gemahlin = Hauptfrau
Privilegien: Briefwechsel mit Puduhepa, Gemahlin von Hethiterkönig Hattusili III
Grab: Grab QV 66 im Tal der Königinnen
Monumente: Heiligtum im Ramesseum geteilt mit Schwiegermutter, verschiedenste Abbildungen und Namenserwähnungen auf zahlreichen anderen Bauwerken
Nefertari war die Große Königliche Gemahlin und somit Hauptfrau des Ramses II, König der 19. Dynastie. Sie ist auch unter dem Namen Nefertari Meritenmut, ägyptisch Nfrt jrj Mrjt n Mwt "Die Schönste von allen, Geliebte der Mut" bekannt und lebte in einer Zeit von ungefähr 1290 v. Chr. bis 1255 v. Chr. Sie gebar ihm einen Sohn, namens Amunherchepeschef. Über weitere Kinder wird spekuliert. In Frage kommen würden weitere drei Söhne namens Paraherwenemef, Merire und Meriatum, sowie fünf Töchter Nefertari, Meritamun, Baketmut, Henuttaui und Nebettaui. Inwieweit  diese Kinder von Nefertari abstammen ist nicht eindeutig belegt.  Zweifel kommen daher auf, weil sich in Abu Simbel an der Fassade des kleinen Tempels eine Liste von weiblichen Namen befindet, die die Kinder von Nefertari darstellen könnten. Dies ist aber umstritten. Sicher zugeordnet werden konnte, wie vorher kurz erwähnt, Sohn Amunherchepeschef. Ebenfalls unklar ist die eigentliche Herkunft der Königin. Einige Ägyptologen glauben bewiesen zu haben, dass Nefertari eine verwandtschaftliche Beziehung zu König Eje inne hatte, da man einen Knauf der Truhe von Eje in ihrem Grab gefunden hatte. Da König Eje, oder auch Aja genannt, in der 18. Dynastie lebte und fast zur Zeit der doch reichlich verhassten Amarnapolitik, ist es eher unwahrscheinlich, dass Nefertari, die ebenfalls dann aus Achmim stammen würde,  die Große Königliche Gemahlin des Ramses II werden würde. Ramses II hasste, wie auch alle Nachfolger, die Amarnazeit. Allerdings wären somit die Zweifel über die Herkunft fast ausgeräumt, wenn man nicht eine Kolossalstatue der Meritamun, der Tochter von Nefertari, in Achmim gefunden hätte. Somit lassen sich die Zweifel an der Herkunft der Nefertari bestätigen. Nefertari nahm eine besondere Stellung im Leben von Ramses II ein. Sie nahm an verschiedenen Ritualen und Zeremonien teil. Ein Beispiel hierfür war Zeremonie der Einsetzung in Abydos, wo sie sich an der Seite von ihrem Gemahl Ramses II am Erscheinungsfenster präsentierte. Ein weiteres Ritual stellt das Fest zu Ehren des Gottes Min dar. Abgebildet wurde Nofretete an verschiedenen Monumenten wie im Grab von Nebwenenefs, ein engerer Priester von Ramses II. Dort ist ein schönes Relief der Königin ausgearbeitet worden.  In weiteren Abbildungen ist Nefertari sehr oft stehend hinter ihrem Gatten dargestellt.  Am Türsturz des Grabes ihres Gatten sowie in Abu Simbel sind ihr Name und Titel dokumentiert. Außenpolitisch gesehen, führte Nefertari regen Schriftverkehr mit Puduhepa, der Gattin des Hethiterkönigs Hattusili III. Sie war die einzige Gemahlin Ramses II, die dieses Privileg genießen durfte. Inwiefern sie weitere Außenpolitik betrieb ist noch ungewiss. Ramses II ließ für sie zahlreiche Monumente erbauen wie das kleine Heiligtum im Ramesseum, dass sie sich mit der Mutter Ramses II teilt. Nefertari ist bis zum Regierungsjahr 26 des Ramses II belegt, später tritt wahrscheinlich Meritamun an ihre Stelle. Ramses II ließ ihr ein unverwechselbar schönes Grabmal im Tal der Königinnen errichten. Wegen des geduldeten Briefwechsels mit Puduhepa und der Erbauung zahlreicher Monumente einschließlich des prunkvollen Grabes, kann man erschließen, wie wichtig Nefertari im Leben des Ramses II gewesen sein muss und welche besondere Stelle sie in seinem Leben eingenommen haben muss.