Schöpfungsgeschichte Heliopolis

Die Version von der Schöpfung aus Heliopolis

Etwa 5000 Jahre alt ist die Schöpfungsgeschichte aus der Stadt Heliopolis, die vielleicht älteste, bestimmt aber die bekannteste und die im alten Ägypten verbreitetste Schöpfungslehre. Die Geschichte der Welt beginnt in der Unendlichkeit. „Nun“, das Chaos, ist eine grenzenlose Wasserfläche, eine Art Urschlamm, der die Keime allen Lebens in sich trägt.Als erstem gelingt es Atum, sich sozusagen als Pioniergott aus dem Schlamm selbst zu erschaffen, das erste feste Land entstehen zu lassen und auf diesem Urhügel heimisch zu werden. Ohne Konkurrenz war er der König der Götter, der auch später als allumfassender Herrscher verehrt wurde.

Einsam wie er war, paarte er sich mit seinem Schatten und vermehrte sich: Schu, den Gott der Lüfte, spuckte er aus und seine Tochter Tefnut, zuständig für Regen und Nässe, kam auf die Welt, indem er sich erbrach. Die beiden sorgten wiederum für Nachwuchs. Nut, der Himmel, und Geb, die Erde, waren ihre Kinder, die sie durch die Geburt von Isis, Nephthys, Osiris und Seth zu Großeltern machten. Als Osiris und Isis Horus gezeugt hatten, war die so genannte Neunheit der Götterwelt von Heliopolis komplett.

Einmal wurde Atum für längere Zeit von seinen Kindern Shu und Tefnut getrennt. Als er sie endlich wieder sah, weinte Atum dicke Tränen der Freude. Sie fielen zu Boden und verwandelten sich zu Menschen – die  Erschaffung der Welt war vollendet.