Schöpfungsgeschichte Hermopolis

Vom Ursprung - Überlieferung aus Hermopolis

Aus Hermopolis sind unterschiedliche Schöpfungsgeschichten überliefert. Gemeinsam ist ihnen, dass die Stadt aus dem Urschlamm entstand, nachdem sich acht Götter unter dem Urhügel geschaffen hatten.

Vier dieser Götter wurden als froschartig, die vier anderen als weiblich und  schlangenartig dargestellt. Gemeinsam bildeten sie die duale Harmonie der Elemente und verkörperten damit die Urmaterie als Quelle allen Lebens.Die Menschen in Hermopolis erzählten im Zusammenhang mit der Schöpfungsgeschichte viel von einem mysteriösen Ei: So soll aus dem Nichts des Urschlamms ein bedeutungsvolles Ur-Ei entstanden sein. Es zerbrach, und aus ihm erstrahlte das erste Sonnenlicht. Das Ur-Ei wurde nach manchen Überlieferungen von einer Nilgans oder Nilente gelegt. Deren Geschnatter durchschnitt die Urstille, das Ei zerbrach und ihm entschlüpfte Re, der Sonnengott.

Manchmal hieß es auch, ein Ibis habe das Ei zum Urhügel gebracht. Er verkörperte den Gott Thot. Als es zerbrach, flog der Gott Re als Vogel an das Licht des Tages. Von dem vom Gott Thot gebrachten Ei wurde auch erzählt, dass aus ihm die Luft entstand, die den Himmel von der Erde trennte. Damit war die Ordnung der Elemente entstanden und das Leben konnte beginnen.

In anderen Mythen aus Hermopolis spielte eine Lotosblume eine Rolle. Aus ihrer Blüte soll Re, der Sonnengott, morgens entstiegen sein.