Die 3. Zwischenzeit

Machtkampf der Priester

Durch politische Konflikte und Wirren teilte sich Ägypten erneut und begründete somit die dritte Zwischenzeit.Die 3. Zwischenzeit beläuft sich von der 21. Dynastie bis zur 24. Dynastie, also von etwa 1070/69 v. Chr. bis 714 v. Chr.Schon zu Lebzeiten des Ramses XI, dem letzten König der 20. Dynastie und Ramessidenzeit, gewannen die Priester des Amun in Theben an Macht und waren bald dem Pharao an Macht ebenbürtig. Die enorme Machtstellung wurde endgültig durch die Gründung der Priesterdynastien besiegelt. Dadurch das das Amt des Priesters auf die folgenden Generationen vererbt wurde, bildeten sich die Priesterdynastien heraus. Herihor, wahrscheinlich lybischer Abstammung, wurde von Ramses XI als Hohepriester des Amun gekürt.Nach dessen Tod krönte sich Herihor selbst zum Herrscher über Theben wie seine Namenskartusche an den Wänden des Säulenhofs und -saals des Chons Tempels in Karnak beweist. Weitere Ämter des Herihor waren unter anderem das Amt des Vizekönig von Nubien oder das Amt des Wesirs. Somit kann man die enorme Machtstellung des Herihors erahnen.Pinodjem I wurde der Nachfolger des Herihor. Seine Aufgabe lag darin alte Königsmumien zu restaurieren und somit vor dem Verfall zu schützen. Etwa zur selben Zeit der 21. Dynastie kam es zu einer Machtübernahme am Delta des Landes.Dort bestieg Smendes, wahrscheinlich ein Wesir von Unterägypten, den Thron. Die genaue Herkunft des Smendes liegt noch im Dunkeln beziehungsweise ist noch nicht endgültig geklärt worden. Smendes regierte erst in Memphis und später in Tanis. Wahrscheinlich gab es eine Akzeptanz zwischen Tanis und Theben, da keine Kampfinschriften oder anderweitigen Funde auf Kampfhandlungen hindeuten und die politischen Beziehungen zwischen Tanis und Theben könnte durch eine gewisse Heiratspolitik gefestigt worden sein. Psusennes I, der Nachfolger des Smendes und dritter König der 21. Dynastie war wahrscheinlich der Sohn von Pinodjem I. Jedoch ist dies noch umstritten. Zumindest schien er guten Kontakt nach Theben gehabt zu haben wie sein äußerer Sarkophag beweist. Dieser stammt nämlich von Merenptah dem Nachfolger des Ramses II.Psusennes II gelang nach Siamun, der letzte König der Pharaonen, auf den Thron. Er regierte etwa 14 Jahre bis er letztlich starb.Nach dessen Tod war der Machteinfluss der Pharaonen so minimiert worden, dass ein lybischer Stadtfürst den Thron für sich beanspruchte. Sein Name war Scheschonq I. Scheschonq I gründete schon vor der Thronbesteigung die Stadt Bubastis, so dass die 22. Dynastie auch bubastidische oder lybische Dynastie genannt wird. Er begründete die 22. Dynastie, die 946/45-736v.Chr. zu datieren ist. Mit Scheschonq I war Ägypten zumindest für kurze Zeit wieder vereint. In dieser Ziet lieferten sich Israel und Juda blutige Kämpfe. Diese Auseinandersetzungen nutze Scheschonq I, um Städte und Landesteile in Palästina zu erobern. Somit erweiterte er Ägypten und dessen Einflussnahme auf andere fremde Gebiete.Sein Sohn Osorkon II versuchte das Reich weiter auszubauen. Als der Norden Ägyptens durch eindringende Assyrer unter der Herrschaft von Salmanassar III bedroht wurde, versuchte Osorkon II das Herr der Assyrer mit der Hilfe von Byblos zurückzuschlagen. Der Kampf ist bekannt als die Schlacht von Quarqar. Osorkon II regierte etwa 35 Jahre Ägypten.Nach ihm kam Takelot II auf den Thron, der Ägypten innenpolitisch stabil halten musste, da die thebanische Priesterschaft ständig versuchte an Macht zu gewinnen.Nach seinem Tod kam es zu Thronstreitigkeiten unter den Hohepriestern von Theben, den Pharaonen im Delta und anderen Fürstentümern in Ägypten. Ein abwechselnder Thronbestieg war die Folge.Lybische Befehlshaber, die allesamt irgendwie verwandt und verschwägert waren, aus verschiedenen Städten wie Leontopolis wo Prinz Pedibastet regierte, oder Herakleopolis, Theben oder Sais versuchten an Macht zu gewinnen und Ägypten zu regieren. Dadurch kam es zu Streitigkeiten und Ägypten zerfiel in viele Kleinstaaten. Etwa 727 v. Chr. wurden sie allesamt von den eindringenden Nubiern geschlagen. Nubien, im pharaonischen Ägypten “das elende Kusch” genannt, lag südlich von Ägypten. Die dort wohnende dunkelhäutige Bevölkerung gehörte der Gruppe der Kuschiten an. Thutmoses III, ein Pharao in der 18. Dynastie, eroberte Nubien und sicherte sich seine Eroberung durch zahlreiche Festungsanlagen. In dieser Zeit gewann in Nubien der Amunkult immer mehr an Bedeutung und es entwickelte sich allmählich eine Priesterschaft, die immer mehr an Macht zunahm. Der Fels von Gebel Barkal war das Machtzentrum des Amunkultes. Als in der 20. Dynastie Ägypten in viele Kleinstaaten zerfiel, wurde Nubien von Ägypten unabhängig und somit ein selbständiges Königreich mit dem Namen Napata.

Die Könige der 3. Zwischenzeit sind:

(nach Schneider, Lexikon der Pharaonen)21. Dynastie (1069-945 v. Chr.)
Smendes 1069-1043
Amenemnesu 1043-1039
Psusennes I 1039-991
Amenemope 993-984
Osochor 984-978
Siamun 978-959
Psusennes II 959-94522. Dynastie (945-713 v. Chr.)
Scheschonq I 945-924
Osorkon I 924-889
Scheschonq II 890
Takelot 889-874
Osorkon II 874-850
Harsiese 870-860
Takelot II 850-825
Scheschonq III 825-773
Pami 773-767
Scheschonq V 767-730
Osorkon IV 730-71523. Dynastie (818-710 V. Chr.)
Padibastet I 818-793
Iupet I 804
Scheschonq IV 793-787
Osorkon III 787-759
Takelot III 764-757
Rudjamun 757-754
Iupet II 754-715
Scheschonq VI 715-71024. Dynastie (727-715 V. Chr.)
Tefnacht 727-720
Bokchoris 720-715