Die 18. Dynastie

Eine Dynastie des Chaos

Die 18. Dynastie wird nach Jürgen von Beckerath in die Zeit 1570-1293 v. Chr. datiert.Sie beginnt mit Ahmose, der die Hyksos erfolgreich besiegt und aus Ägypten vertrieben hat. Er errichtete weitläufige Grab- und Kultanlagen in Abydos, gefolgt von Amenophis I, welcher sich ein verstecktes Felsgrab bei Dra abu´l Naga errichten ließ. Er und sein Nachfolger Thutmosis I drangen aufgrund von Feldzügen weit nach Süden vor und eroberten Nubien zurück, welches in der Regentschaft der Hyksos verlorenen gegangen ist. Hatschepsut hingegen wird ein wichtiges Vorbild für die nachfolgenden Generationen. Sie ließ einen Stufenbau in Deir el – Bahari errichten. Diese 3- teilige Anlage mit zentraler Amunkultstätte, dem Sonnenkult dienenden Anlage im Norden, dem Totenkult dienenden Räume im Süden, sowie die Ausarbeitung und Gestaltung der Fassade mit Osirispfeilern ist kennzeichnend seit ihrer Anlage. Die Kultur rückt wieder in Vordergrund, da etwaige kriegerische Feldzüge und Rückeroberungen erstmal abgeschlossen sind. Ab Thutmosis III beginnen die Feldzüge von Neuem. Er tritt den Kampf gegen Palästina und Syrien an und kann somit das Land Ägypten stark ausdehnen. Mit Thutmosis IV setzt die endgültige Entwicklung der Grabanlagen ein und ein geschickter Friedensvertrag, der eine Heirat mit einer Mitanniprinzessin vorsah, mit dem Mitannireich wird ausgearbeitet. Das Mitannireich war bis zu diesem Zeitpunkt mit Ägypten verfeindet. Ägypten war in einer Blütezeit von Reichtum und Macht. Sein Nachfolger Amenophis III war der Vorbereiter der Sonnenreligion. Er fing an nur einige Götter wie Hathor und Aton stark hervorzuheben und die anderen weitaus weniger in Betracht zu ziehen. Unter ihm erhielt auch der Totentempel riesige Ausmaße und es herrschte Frieden und Reichtum in Ägypen. Sein Sohn Amenophis IV nahm eine Radikaländerung der Religion, der Kunst und Kultur vor. Er machte den Gott Aton zum alleinigen Gott Ägyptens und schaffte somit den Polytheismus, die Vielgötterei, ab. Unter dem Volk herrschte Unverständnis. Es wird diskutiert, inwieweit das Volk die bis dahin bestandenen Götter weiter verehrten und wie sie es taten. Amenophis IV lies auch seinen Namen in Echnaton umwandeln und begann eine neue Residenz zu bauen-die Stadt Achet- Aton. Weiterhin änderte sich der Kunststil enorm. Die bis dahin dem Schönheitsideal gleichenden Figuren änderten sich in fast karikaturhafte überproportionale Figuren. Seine Gattin Nofretete war fast immer an seiner Seite und besaß auch Mitspracherecht in der Regierungsführung, was eigentlich dem Mann vorbehalten war. Das Königsgrab hatte im Gegensatz zu den vorherigen Herrschern bescheidene Ausmaße. Eine neue Dekoration wurde wegen der Religionsänderung verwendet. Es herrschten nun Motive von Beamtengräbern wie Jagd, Totenklage, Begräbniszug etc. vor. Sein Nachfolger Tutanchamun ist mit etwa 18-19 Jahren verstorben. Über die Todesursache wird noch diskutiert. Er verwendete erstmalig bei der Dekoration seines Grabes eine Mischung von Götterszenen, Amduat und Motive aus Beamtengräbern, die Amenophis IV eingeführt hatte. Er wurde nicht im Königsgrab, sondern in einem älteren Polytaph beigesetzt. Das Grab des Tutanchamun ist das Einzige, welches eine vollständige Grabausstattung des Neuen Reiches beinhaltete. Das Grab des Aja hingegen ist unvollendet geblieben. Wenn von einem unvollendeten Grab gesprochen wird, so bedeutet dies, dass das Grab ohne die vorgesehene Planung und ohne Ausbau aller vorgesehenen Räume improvisiert vollendet wurde. Grund dafür ist meist der plötzliche, frühzeitige Tod des Königs. Das Gleiche gilt für die Gräber Ramses I, Sethos II, Ramses IV. Ramses VII, sowie Ramses IX. Tutanchamun, Aja und der Nachfolger Haremhab versuchten die gehasste Religionsänderung des Echnaton wieder zu beseitigen und ließen seinen Namen aus jeglichen Denkmälern herausmeißeln. Die von Echnaton ignorierte und demnach schlecht regierte Außenpolitik wurde versucht in ein stabiles System umzuwanden. Haremhab verwendete zur Ausgestaltung seines Grabes erstmalig das Relief und greift auf die Dekoration, sowie auf den Grundriss von Amarna zurück.. Eine zweite Neuerung neben des Übergangs zum Relief ist die Auflösung der Unterweltsbücher. Diese wurden kontinuierlich an der Wand abgerollt, bei Haremhab aber in einzelne Abschnitte geteilt und an verschiedenen Positionen des Königsgrabes angebracht.