Die Spätzeit

Übergriffe der Nubier und Perser

Die 25. Dynastie, etwa 714-655 v. Chr. zu datieren, ist durch die Übernahme und die Herrschaft über Ägypten seitens der nubischen Fürsten in Ägypten geprägt.

Alara, ein nubischer Fürst, und sein Bruder Kaschta waren die ersten Fürstengeschlechter in Nubien. Kaschta konnte bis nach Elephantine vordringen. Er hatte schon eine Königstitulatur angenommen, wobei diese bei Alara noch fehlte.Pije, der Sohn Alaras und Amunpriester in Nubien, vermählte sich mit seiner Schwester Amenirdis und konnte somit Thebais mit ihrer Hilfe einnehmen und erobern. Dies brachte Unruhen mit sich, da die Kleinkönige im Delta Widerstand leisteten. Pije bereitete einen Feldzug vor, der ihm das gesamte Land von Ägypten bis zum Mittelmeer als Tribut einbringen sollte.

Der Bruder und Nachfolger Pijes, Schabaka, sollte etwa 14 Jahre über Ägypten und Nubien regieren, bevor die Söhne Pijes Schebitku und Taharqa den Thron übernahmen. Taharqa war bekannt durch seine regen Bautätigkeiten, die ihn aber nicht gegen die Assyrer schützten. Diese waren ein sehr hartnäckiges Volk, die ständig versuchten den oberägyptische Teil Ägyptens und Nubien zu erobern.

Etwa um 671 v. Chr. war es dann so weit. Unter der Leitung von König Asarhaddon fielen sie in Oberägypten ein und konnten bis Memphis vordringen. Allerdings starb Asarhaddon bald darauf, so dass Taharqa die durch die Assyrer eroberten Gebiete wieder zurück gewinnen konnte. Es dauerte jedoch nicht sehr lange bis ein neuer Assyrerkönig in Ägypten einfiel und Taharqa zwang nach Nubien zu flüchten, 664 v. Chr. Sein Name war Assurbanipal. Während dieser Zeit starb Taharqa und ein Sohn des Schabaka wurde sein Nachfolger.Tanutamun, der Nachfolger des Taharqas, war der letzte König des nubischen Königreichs und der 25. Dynastie. Nach dessen Tod bestieg Psammetich I den Thron und begründete die 26. Dynastie. Das Land Ägypten samt den nubischen Gebieten war während der Thronbesteigung gespalten. Durch die Herrschaft des Psammetich I konnte Ägypten erneut vereint werden. Psammetich I ist ein Sohn des Necho, der in der Regierungszeit Taharqas Memphis und Sais eingenommen hatte. Psammetich I hingegen belagerte Athribis, ein benachbartes Gebiet. Durch den Einfall vom Nachfolger Taharqas in Unterägypten starb Necho und Psammetich I rettete sich nach Syrien. Theben wurde durch die Kämpfe der Assyrer 663 v. Chr. zerstört. In Syrien begann Psammetich I seine Macht wieder herzustellen. Er stand unter dem Schutz Assyriens und konnte demnach die restlichen ägyptischen Fürstengeschlechter erobern. Somit hatte er Ägypten vollständig geeint. Nun versuchte er sich von der assyrischen Herrschaft loszulösen, indem er gegen 656 v. Chr. Theben und oberägyptische Gebiete einnahm und sich von dieser Zeit an König von Ober- und Unterägypten nannte. Allerdings musste er seine Macht und das frisch vereinte Ägypten stärken und ließ dazu im Delta einige restliche Herrscher, sogenannte Militärherrscher, entmachten. Da Psammetich I nicht im gesammten Land stets present sein konnte ließ er in Theben und Oberägypten Beamte einsetzen, die er vertraute. Neben dem Amt des Hohepriesters in Theben stellte Psammetich I das neue Amt der “Gottesgemahlin des Amun” auf.

Die Königstochter, Nitokris genannt, wurde in das neue Amt eingesetzt. Ihre Aufgabe war es die Schätze des Tempels zu kontrollieren, was eine sehr anspruchsvolle und angesehene Tätigkeit war. Wie in allen vorhergehenden Dynastien auch versuchten stets Fremdherrscher Ägypten zu erobern. Auch Psammetich I blieb diesem Unheil nicht verschont. Während seiner Herrschaft versuchten die Skythen, ein östlich wohnendes Volk, nach Ägypten vorzudringen und das Land zu erobern. Psammetich I konnte aber diese Gefahr erfolgreich abwehren. Zu dieser Zeit zerfiel Assyrien, was Psammetich I miterlebte. Danach starb er.

Nach Psammetich I kamen Psammetich II und Psammetich III auf den Thron, wobei Psammetich III der letzte Herrscher der 26. Dynastie darstellt.

Psammetich II errung mit Hilfe von ionischen und karischen Söldnern einen Sieg gegen Nubien und plünderte dessen Hauptstadt Napata. Diese Söldner waren von Psammetich I ausgewählt und nach Ägypten geholt worden. Dort lebten sie in Memphis, genau genommen in den griechischen Stadtteilen Karikon und Hellenikon.

Während der Regierungszeit Psammetich III, etwa 525 v. Chr., fielen die Perser unter der Führung von Kambyses in Ägypten ein und besiegten das pharaonische Heer ohne großen Widerstand. Psammetich III wurde gefangen genommen und nach Susa gebracht.

Kambyses´ Thronbesteigung fand in Sais statt, jedoch musste er wegen innenpolitischen Problemen in Persien in sein Land zurück, wo er auch starb.

Sein Nachfolger Dareios I ist zeitlich gegen 522 v. Chr. einzuordenen. Dieser konnte die innenpolitische Lage, welches ein Aufstand und gleichzeitig eine Revolte gegen den Herrscher Kambyses war, stabilisieren und die Aufständigen vernichten. Dareios I ist bekannt wegen seiner Bewunderung an der ägyptischen Kunst. So ließ er in einigen Städten Ägyptens wie Memphis, Sais und Busiris, Heiligtümer restaurieren und einen Amuntempel in Charga, einer Oase, errichten. Weiterhin ließ er den von Necho II angefangenen Kanal vom Nil zum Roten Meer fertigstellen, der ein wichtiger wirtschaftlicher Handelsweg darstellt.

Ägypten sehnte sich nach der Loslösung von der Perserherrschaft und der Unabhängigkeit. Dies gelang erst mit Amyrtaios, der etwa um 404 v. Chr. in der 28. Dynastie lebte. In der 29. Dynastie unter den Königen Nepherites I und Hakoris versuchten die Perser erneut Ägypten zu erobern. Dies wurde ihnen aber durch ein Bündnis Ägyptens mit den Griechen erschwert, so dass Ägypten seine Unabhängigkeit und Macht weiter ausbauen konnte. In dieser Zeit wurden weitere Bautätigkeiten vorgenommen. Allerdings währte die errungene Ruhe gegen die Perser nicht lange, denn Nektanebos II, ein König der 30. Dynastie, wurde durch den erneuten Einfall der Perser niedergeschlagen und floh nach Nubien.

Somit hatten die Perser erneut die Herrschaft, wenn nur für etwa 10 Jahre, über Ägypten. Der persische König Dareios III erlitt bei der Schlacht von Issos im Jahre 333 v. Chr. eine Niederlage gegen die Griechen. Damit wurde Ägypten kampflos an die griechische Herrschaft unter Alexander dem Großen weitergegeben.

Die Könige der Spätzeit sind:

(nach Schneider, Lexikon der Pharaonen)25. Dynastie 716-656 v. Chr.
Alara 780-760
Kaschta 760-747
Pije 747-716
Schabaka 716-702
Schebitku 702-690
Taharqa 690-664
Tanwetamani 664-656

26. Dynastie – Saitenzeit – 664-525 v. Chr.
Psammetich I 664-610
Necho II 610-595
Psammetich II 595-589
Apries 589-570
Amasis 570-526
Psammetich III 526-525

27. Dynastie – 1. Perserherrschaft – 525-402 v. Chr.
Kambyses 525-522
Dareios I 521-486
Xerxes I 486-466
Artaxerxes I 465-424
Xerxes II 424
Sogdianos 424
Dareios II 424-404
Artaxerxes II Memnon 404-402

28. Dynastie 404-399 v. Chr.
Amyrtaios von Sais 404-399

29. Dynastie 399-380 v. Chr.
Nepherites I 399-393
Muthis 393
Achoris 393-380
Psammuthis 393
Nepherites II 380

30. Dynastie 380-343 v. Chr.
Nektanebos I 380-363
Tachos 362-360
Nektanebos II 360-343

31. Dynastie – 2. Perserherrschaft – 343-332 v. Chr.
Artaxerxes III Ochos 343-338
Arses 338-336
Dareios III 335-332
Chabbasch 337-?