Die Kultur in Ägypten

Von Pyramiden über Götter bis zum Totenkult

Grundlage der Entwicklung der ägyptischen Hochkultur war die Bewirtschaftung der fruchtbaren Felder entlang des Nils durch eine bäuerliche Bevölkerung. Sie lebte vom Anbau von Weizen, Früchten und Getreide und betrieb darüber hinaus Viehzucht. Über die Kultur dieser Schicht, die die große Mehrheit der Ägypter repräsentierte, ist im Vergleich zur ägyptischen Hochkultur eher wenig bekannt.

Durch den Beginn des Ackerbaus kam es ab ca. 6000 v. Chr. zu einem starken Bevölkerungsanstieg auf dem Gebiet des späteren Ägypten. Um die Felder ganzjährig bewirtschaften zu können und weniger von den Überschwemmungszeiten des Nils abhängig zu sein, wurden Bewässerungssysteme angelegt. Deren Bau und Verwaltung erforderte ein höheres Maß an gesellschaftlicher Organisation als die bäuerliche Gesellschaft es bis dahin aufgewiesen hatte. Die Bauern schlossen sich zu Gauen und Getreidesilos unter der Führung so genannter Gaufürsten zusammen.

Etwa um das Jahr 3000 v. Chr. brachen Kriege zwischen den einzelnen Fürstentümern aus. Aus diesen ging die erste gesamtägyptische Verwaltung unter dem Oberhaupt Menes hervor, der sich nach der Vereinigung Ober- und Unterägyptens den Titel Pharao (Großes Haus) gab.

Die bäuerliche Bevölkerung wurde zur Abgabe eines Teils der jährlichen Getreideernte an den Pharao verpflichtet. Diese Abgabe landwirtschaftlichen Überschusses an eine zentrale Verwaltungsinstanz ermöglichte unter anderem die Herausbildung einer Hochkultur, in deren Zentrum der Jenseitsglauben und ein differenziert entwickelter Totenkult stand. 

Neben dem Jenseitsglauben und Totenkult entwickelten die Ägypter ein ausgeprägtes mathematisches Denken, wie beispielsweise die Stufenpyramide des Djoser zeigt. Um eine solches Bauwerk zu errichten, welches über Jahrtausende hinweg dem Wüstensand und den Witterungen standhält, sind präzise Berechnungen von Nöten.

Die Bauwerke der Ägypter lassen sich in verschiedene Kategorien einstufen, welche in weiteren Artikeln intensiver betrachtet werden.

Die Kultur Ägyptens lässt sich in verschiedene Bereiche gliedern, die sich wiederum aufspalten und Folgendes umfassen:

Architektur – Bauwerke – Tempel, Pyramiden, Grabanlagen, Mastaba, Obelisken
Naturwissenschaften – Mathematik, Medizin, Biologie usw.
Königtum – PharaonenKöniginnen, Pharaos Volk, Landaufteilung, Außenpolitik, Innenpolitik, Kriege usw.
Kunst – plastische Kunst, Relief, Malerei, Statuen usw.
Religion – Jenseitsglaube, Opferungen, Totenkult, Feiertage, Riten, Schöpfungsgeschichten usw.

Der Bereich Sprache wird gesondert betrachtet.