Der Kranke in der ägyptischen Gesellschaft war innerhalb der Aufzeichnungen in einem negativen und passiven Zustand versetzt, der bis auf ein Körperteil reduziert werden konnte. Er wurde zudem in den Texten anonym gehalten. Eine Krankheit wurde als negativ, schmerzlich und unangenehm empfunden. Daher war es das oberste Ziel, wieder zur vollkommenden Gesundheit zu erlangen. Akute Krankheiten wurden nicht bildlich festgehalten, chronische Krankheiten wurden akzeptiert und die betreffende Person wurde mit dem Leiden auch bildlich abgebildet. Man erinnert sich hier gern an den bildlichen Darstellungen von Amenophis IV., dem von einigen Ägyptologen das Marfan-Syndrom zugeschrieben wird. Wo es Thesen gibt, gibt es auch Kritiker und Zweifler. So werden die Darstellungen des Amenophis IV. oder auch besser bekannt als Echnaton, von vielen Ägyptologen als übertriebene extravagante Kunst gedeutet.Generell dienten medizinische Texte der Heilung, weshalb es nicht verwundert, dass sie für die Allgemeinheit verfasst wurden. Am Ende des Neuen Reiches kamen die Oracular Decrees auf, die ebenso vornehmlich zur Abwehr von bösen Krankheiten dienten. Ein bemerkenswerter Unterschied zu den medizinischen Papyri war der, dass die Oracular Decrees für den einzelnen Menschen verfasst wurden, die medizinischen Texte hingegen für die Anonymität. Die Gründe für Krankheiten sind vielschichtig von natürlich bis unerklärbar aufgefasst worden. So sind natürliche Gründe Ernährungsfehler, Knochenbrüche, Brand- und Bisswunden oder Verletzungen zuzuordnen. Unerklärbare Gründe hingegen sind Krankheiten, die durch Götter, Dämonen, Gespenster oder durch Fehlverhalten des Menschen ausgelöst wurden. Auch der Angriff eines Verstorbenen oder die Verhexung eines Mitbürgers konnte ein unerklärlicher Grund sein. In der medizinischen Welt der Ägypter wurde die Bezeichnung des Kranken als „Mann“ vorgenommen, zwischen Mann und Frau wurde also nicht differenziert.In Therapiemaßnahmen wird aus dem einst passiven Kranken ein aktiver Kranker, der im Genesungsprozess mithilft und die Anweisungen des Arztes befolgt. So wird er bei Hausmitteln stets dazu angeregt, etwas auszuführen. Der Arzt hält sich dabei zurück. Als Beispiel hierfür gilt: „die Frau soll sich den Kopf salben“ usw.weiterlesen im Artikel: Der Arzt in der ägyptischen Gesellschaft
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