Entwicklung der Königsgräber im Neuen Reich

Zeitraum: 1550 v. Chr. - 1070 v. Chr.

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Einleitung Neues Reich

Schon in der Frühzeit begannen die Pharaonen Königsgräber zu bauen.
In Abydos wurden die ersten Königsgräber belegt. Ihre wesentlichen Merkmale bestehen aus rechteckigen 3-5 x 4-8 m großen Kammern, die in den Boden versenkt und mit Ziegel ummauert waren.

Die frühen Anlagen der B-Gruppe bestanden wahrscheinlich aus zwei getrennten Einzelkammern, was als Doppelgrab bezeichnet wird. Es ist nicht belegt, das es Oberbauten wie Mastabas gegeben hat. Es scheint jedoch möglich. Sie könnten über den beiden Kammern gebaut worden sein. Diese Form der Dualität dominiert zunächst bis zur Regentschaft des Königs Aha. Eine Verdopplung der Grabanlage, Anlegen von einigen Nebengräbern und Oberbauten mit mehreren Kammern waren Neuerungen unter König Aha. Erhalten geblieben ist die durch Holz konstruierte Decke.

Vom Alten Reich bis zum Anfang des Neuen Reichs dominiert das Königsgrab in Form einer Pyramide. Die erste erbaute Pyramide ist der Pyramidenkomplex des Djosers in Saqqara. Imhotep, sein Bauleiter, konstruierte ihm eine stufenförmige Pyramide, welche 6 Stufen umfasst mit Nebengräbern, Totentempel, Statuen-Raum und wahrscheinlich auch ein Sonnenheiligtum. Diese Bauten befanden sich zum ersten Mal in einer einzigen Anlage, inmitten einer Umfassungsmauer. Im Inneren trat zum ersten Mal Reliefschmuck und eine mit Sternen verzierte Decke auf.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde der Stufenpyramidenkomplex vollständig von den ersten „echten“ Pyramiden in Meidum und Dahschur abgelöst.

Sie wurden unter der Herrschaft des Snofru erbaut und weisen statt einer kompakten eine auseinander gezogene Anlage auf. Eine kleine Zweitpyramide, wahrscheinlich aus dem Südgrab entstanden, tritt auf.  Zudem treten in wechselnder Anzahl Gruben für monumentale Schiffe auf.  Ein geknickter Aufweg, Pyramide mit Umfassungsmauer, Totentempel und Nebenanlagen, Magazin-Räume für Beigaben und ein Pfeilerhof lassen sich in die Anlage integrieren.

Das Streben nach riesigen monumentalen Anlagen wird mit Mykerinos aufgegeben. Stattdessen konzentriert man sich auf weniger große Grabmäler, aber dafür auf ausgeschmückte Kultbauten. Am Ende der 4. Dynastie kommt es zu einer plötzlichen Wandlung unter den Herrschern Schepseskaf und Chentkaus. Sie lassen ihr Grabmal nicht in Pyramidengestalt erbauen, sondern in Form von Mastaben.

Mit Sahure nimmt auch das Wachsen der Pyramidenanlage wieder zu. Statt Pfeiler im Hof werden Säulen entgültig im Südosten (bei Userkaf noch im Südwesten) errichtet.

Von Djedkare Asosi bis zur 12. Dynastie bleibt der Grundriss des Grabbaus gleich, jedoch vermehren sich die Innenräume des Königsgrabes und der Magazin-Räume. Das lässt die Vermutung zu, dass mehr auf materielle Beigaben geachtet wurde als auf gigantische Grabbauten.

Die Innenräume des Königsgrabes werden vom Ende des Alten Reiches bis zum Neuen Reich nicht mehr dekoriert. Statt Säulen, wie in der 5. Dynastie typisch, werden wieder Pfeiler gesetzt.

In der 1. Zwischenzeit wurde Ägypten aufgelöst und in Teilreiche gegliedert. Königsgräber besaßen jetzt die Form und Struktur von Privatgräbern.

Im Mittleren Reich wurden diese wieder aufgelöst, als die Residenz nach Norden verlegt wurde. Amenemhet I und Sesostris I knüpfen an die 6. Dynastie wieder an und ließen wahrscheinlich die Lischt-Pyramidenbezirke der 6. Dynastie nachbauen.

Amenemhet II hingegen ließ seinen Sarkophag im Boden in einem Korridor unter dem Mauerwerk der Grabkammer ein.

Eine neue Auffassung vom Jenseitsglauben, mehr osirianisch geprägt, kam unter Sesostris II auf und verstärkte sich zunehmens bei Sesostris III. Dieser neue vom Jenseits geprägte Glauben aüßerte sich in tief angelegte und gewundene Gänge des Königsgrabes. Weiterhin wird der Pyramidengang im Norden aufgegeben. Sesostris III errichtete noch ein zweites Königsgrab in Abydos (Kenotaph). Sein erstes Grab ähnelt dem Djoser-Komplex und ist dem Alten Reich wieder angenähert.

Unter Amenemhet III tritt zum ersten Mal die T-Form des Grundrisses der Vor-und Hauptkammer auf, die bis zur 13. Dynastie vorherrscht. In der 12. und 13. Dynastie nimmt das Interesse an aufwendigen Verschlußsystemen des Königsgrabes zu. Wissenschaftler entdeckten bisher 5 Königsgräber, eines davon das Grab des Ameni Aamu in Dahschur-Süd bei denen geknickte Korridore durch Schiebeblöcke blockiert werden. Die Mumie wurde in einer Steinwanne gebettet, anstatt in einer Grabkammer und Oberbauten wurden nur noch teilweise realisiert. In Erscheinung treten jetzt besonders gebaute Umfassungsmauern. Sie sind wellenförmig aus Ziegeln erbaut.

Eine neue Ära der Königsgräber beginnt im Neuen Reich...