Entwicklung der Königsgräber in der 20. Dynastie

Zeitraum: 1185-1070 v. Chr.

Die 20. Dynastie beginnt mit Sethnacht ( Userchaure meriamun, 1186 v. Chr. - 1184 v. Chr. ) zu dem keine Angaben hinsichtlich des Grabes gemacht werden können, da dieses noch nicht ausgegraben ist.

Bei dem ihm folgenden König, Ramses III ( Usermaatre meriamun, 1184 v. Chr. - 1153 v. Chr. ), verschiebt sich die Achse zwischen dem 2. und 3. Korridor, da eine unerwartete Problematik auftrat. Der 3. Korridor führt leicht aufwärts und ist somit eine Ausnahme in der Architektur des Königsgrabes. Das Grab stieß ungefähr in der Hälfte des Ausbaus des 3. Korridors am Fußboden und an der unteren Kante der linken Korridorseite mit dem Grab des Amenmesse am unvollendeten Seitenraum zum 1. Pfeilersaal zusammen. Somit wurde der 3. Korridor aufgegeben und ein kleiner Querkorridor nach einer Verschiebung der Achse angelegt. Der 4. Korridor ist vorhanden, jedoch wurde der 5. Korridor zu einem Raum erweitert, der dem Vorraum zur Sarkophaghalle in seiner Größe ähnelt. Es sind sozusagen 2 Vorräume vorhanden. Weiterhin ist ein Schacht vorhanden, aber die genauen Maße sind unbekannt. Die Existenz weiterer Nebenräume ist noch nicht geklärt. Der Schachtraum wurde wahrscheinlich von Türen verschlossen. Im Durchgang zum 1.Pfeilersaal beweisen dies Türzapfenlöcher in der Decke und abgeflachte Löcher im Boden. Im Durchgang zum 3. Korridor sind keine Reste von einem Türverschluss zu erkennen. Wie bei Sethos II folgt ein 65 cm langes Korridorstück vom 3. Korridor und ein kurzer Gangteil von der 1. Pfeilerhalle in den Schachtraum hinein. Zum ersten Mal schließt die Decke den gesamten 3. Korridor mit ein. Der Sturz befindet sich daher am Ende des 3. Korridors nur als Deckenabsatz und ist an beiden Seiten des Durchgangs vom 3. Korridor sowie von der 1. Pfeilerhalle zu erkennen. Die Wandteile und Laibungen sind mit Relief versehen.Bei Ramses IV. ( Hekamaatre Setepenamun, 1153 v. Chr. - 1146 v. Chr. ) beginnt die letzte Phase der Entwicklung. Die Zahl der Räume ist stark vermindert. Auf diverse Nebenräume mit Pfeilern wird verzichtet. Dafür werden die Korridore in der Breite und der Höhe, sowie der königliche Sarkophag in der Maße stark erweitert. Es erfolgt ein nicht planmäßiges aber dennoch notwendiges in Boden geschlagenes Gefälle in Form einer Rampe von Mitte des 3. Korridors, den Schachtraum schneidend bis in die Sarkophaghalle hinein durch die Schwere und Größe von 17m seines Sarkophags. Der Schachtraum ist im Gegensatz zu den Vorgängern wieder rechteckig ohne korridorähnliche Zusätze angelegt. Er wurde zur 1. Pfeilerhalle mit einer Tür erstmalig von innen verschlossen, wahrscheinlich durch eine Planänderung. Dies beweisen Türzapfenlöcher in der Decke im Schachtraum selbst. Eine Vermauerung kann ausgeschlossen werden, da die Laibungen bemalt und unversehrt sind.

Das Grab des Ramses V. ( Usermaatre secheperenre, 1146 v. Chr. - 1142 v. Chr. ) ist noch nicht ausgegraben.

Ramses VI. ( Nebmaatre meriamun, 1142 v. Chr. - 1135 v. Chr. ) behält die neuen Maße von Ramses IV. bei und verbindet sie mit dem unverkürzten Grundriss der 19. Dynastie, jedoch ohne Nebenräume. Die Pfeilerhalle rückt vor die Sargkammer. Neue Elemente in der Dekoration werden bis Ramses XI. zugefügt. Der 4. und 5. Korridor, sowie der Vorraum zur Sarkophaghalle sind vorhanden. Die Sarkophaghalle ist zum Teil unvollendet geblieben. Die 4 Seitenkammern fehlen. Es ist kein Schacht vorhanden. Der Schachtraum ist wie bei Ramses IV rechteckig. Es sind keine Anzeichen für etwaige Verschlußsysteme wie Vermauerungen und Türzapfenlöcher zu erkennen. Dies beweisen Reliefarbeiten, die überall ausgearbeitet sind.

Das Grab des Ramses VII. ( Usermaatre setepenre meriamun, 1135 v. Chr. - 1129 v. Chr. ) ist unvollendet geblieben. Die Sarkophaghalle folgt bereits nach dem 1. Korridor. Es ist kein Schacht vorhanden.

Das Königsgrab des Ramses VIII. ( Usermaatre achenamun, 1129 v. Chr. - 1127 v. Chr. )ist noch nicht ausgegraben.

Im Grab des Ramses IX. ( Neferkare setepenre, 1127 v. Chr. - 1109 v. Chr. ) ist kein Schacht vorhanden. Der Schachtraum ist zur 1. Pfeilerhalle hin durch eine zweiflügelige Tür verschlossen gewesen. Dies beweisen Türzapfenlöcher der 1. Pfeilerhalle. Sie muss deshalb von der Halle her verschlossen gewesen sein. Die Verschlussart vom Schachtraum zum 3. Korridor kann nicht geklärt werden, da der Türsturz herunter gebrochen ist. Eine Vermauerung wird ausgeschlossen, da Reliefarbeiten an Laibungen zu erkennen sind.

Das Königsgrab des Ramses X. ( Chepermaatre setepenre, 1109 v. Chr. - 1099 v. Chr ) ist noch nicht ausgegraben.

Die Sarkophaghalle wurde bei Ramses XI. ( Menmaatre setepenptah, 1099 v. Chr. - 1070. v. Chr. ) mit 4 Pfeilern ausgestattet, so dass die Annahme das Grab sei vorzeitig beendet worden durch den Wegfall des 5. Korridors und des nachfolgenden Vorraumes sich nicht bestätigt. Der 4. Korridor ist vorhanden. Die Sarkophaghalle ist nicht mehr rechteckig wie zuvor, sondern erstmalig quadratisch mit 4 Pfeilern angelegt. Der Sarkophag steht wie bei seinen Vorgängern mittig im Raum. Es ist kein Schacht vorhanden. Der Schachtraum ist nicht fertiggestellt. Die Durchgänge zur 1. Pfeilerhalle und zum 3. Korridor sind noch nicht bearbeitet worden. Es ist der grob abgeschlagene Fels zu erkennen.