Opfer und Opfergaben

Wie sahen Opferungen in ägyptischen Tempelanlagen in der Pharaonenzeit einschließlich der Griechisch-Römischen Zeit aus?

Ägyptische Tempelanlagen wurden für die Götter erbaut.
Die meisten Tempel wurden in der Zeit von 332 v. Chr. bis 395 v. Chr. In der griechisch-römischen Zeit erbaut.
Auf vielen Tempelmauern sind Hymnen, Gebete, Opferlisten und seltener Verwaltungsinschriften zu erkennen. Dies ermöglicht es in das Leben und die täglichen Tempelriten einen Einblick zu erhalten.

Aufgrund der enormen Daten und Fakten zugehörig zu Tempelanlagen ist eine Einschränkung auf den Opfersaal, den Tempelschrein und das Ritual notwendig.

Je nach Größe der Tempel variiert die Zahl der Opfersäle.
Kein "normal Sterblicher" durfte in den Tempelkomplex bis zur Kultstatue des Gottes im Tempelschrein vorbringen. Dieses Privileg blieb den dienstältesten Priestern vorbehalten.
Die Statuen waren sicherlich aus edlen Materialien wie Gold und Silber. Leider sind nur sehr wenige erhalten geblieben.
Hem netjer war ein altägyptisches Wort und wird häufig mit "Priester" übersetzt. Wörtlich heißt hem netjer "Diener Gottes".
Die zuständigen Priester vollführten die Opferrituale täglich und kamen somit den Bedürfnissen des Gottes nach.
Opfergaben waren sehr vielfältig. Meist waren es Rindfleisch, Fisch, Ente, Brot, Obst und Gemüse, Jagdbeute, Bier, Wein und Wasser.Das Versorgen der Gottheiten war die wichtigste Aufgabe im Tempel.
Jeden Morgen wurde das Tonsiegel des Schreines der Gottheit aufgebrochen und die Tür wurde geöffnet. Danach fanden zwei Reinigungsrituale statt. Es wurde Weihrauch verbrannt und ein Trankopfer ausgegossen.
Weihrauch musste von den Ägyptern importiert werden aus einem Land, welches die Ägypter Punt nannten. Über die Lage von Punt wird noch spekuliert, klar ist jedoch, dass es sich hierbei um ein Land handeln muss, welches südöstlich bis nordöstlich gelegen haben muss. Heute würde das Eritrea oder Somalia entsprechen. Erst jetzt folgte die Essensversorgung mittels Opfergaben. Die alten Ägypter glaubten, dass der Gott ein sehr reichhaltiges Frühstück benötigte. Vor dem Frühstück wurde das Bild der Gottheit gewaschen. Dazu wurde sie entkleidet, mit Weihrauch und Wasser gewaschen, wieder mit frischem Leinen und Schmuck bekleidet und wieder zurück in den Schrein gestellt. Dieses Ritual, vielleicht etwas weniger ausführlich, wiederholte sich zu Mittag und zu Abend. Begleitend zu den Ritualen waren Gesänge.

Neben den täglichen Opfergaben gab es auch ewige Opfergaben.
Diese wurden symbolisch in Stein geritzt und gewährleisteten eine ewige Versorgung.
Die Opfertische waren mit Rillen ausgekleidet, die wahrscheinlich zur Aufnahme des Trankopfers dienten. Die Trankopfer wurden aus speziell dafür vorgesehenen Gefäßen gegossen.

Die wahrscheinlich kostbarste Opfergabe war Rindfleisch. Meist wurden die Vorderbeine geopfert. Das Tier wurde vor der Opferung in einem dafür vorgesehenen Tempelschlachthof getötet und zerlegt. Der Ochse verkörperte das Symbol der königlichen Stärke und Macht und war deshalb höchst wahrscheinlich die kostbarste Opfergabe.