Opfer und Opfergaben

Was sind Opfer?

Eine Definition aus dem Herkunftswörterbuch – Etymologie der deutschen Sprache, Mayers Lexikonverlag, Seite 499, besagt:
Das aus der Kirchensprache stammende Verb, mittelhochdeutsch opfern, althochdeutsch opfar?n
(ursprünglich "etwas Gott als Opfergabe darbringen") ist entlehnt aus dem Kirchenlatein operan ("werktätig sein, arbeiten; einer religiösen Handlung obliegen, der Gottheit durch Opfer dienen")

Opfer sind eine praktische Ausübung eines Kultes. Dabei wird eine Gabe, die an einen speziellen Ritus gebunden ist, dem "Heiligen" dargereicht. Das "Heilige" kann ein Gott, ein Dämon oder ein Geist z.B. von einem Verstorbenen sein.
Die Durchführung einer Darreichung eines Opfers ist an keine Zeit und keinen Ort Ort gebunden. Trotzdem war es in Ägypten üblich, spezielle dafür gebaute Tempel für eine rituelle Opfergabe aufzusuchen.
Die wichtigste Aufgabe des Opfers ist mit Hilfe der frei werdenen Kräfte und Mächte während des Opfervorgangs in der Opfersubstanz, vergleichbare Kräfte beim Opferempfänger zu aktivieren und zu beeinflussen. Die Vorstellung, dass durch das Opfer dem Opferempfänger eine von dieser begehrte machterfüllte Substanz zugeführt wird, lässt den Opfernden auf der Basis des Grundsatzes des "do ut des" auf eine Gegenleistung hoffen. Der Gott, beziehungsweise das "Heilige", wird somit zufrieden gestellt (s?tp). Im Gegenzug besteht eine Erwartung des Lohnes auf Seiten des Opfernden. Der Lohn kann verschieden sein. Es kommt darauf an, welcher Anlass zum Opferritual seitens des Opfernden besteht.