Die Knick-Pyramide des Snofru (4.Dynastie)

Die 2. der 3 Pyramiden des Snofru

Snofru ist der erste König der 4. Dynastie des Alten Reiches. Snofru errichtete im Laufe seiner Regierungsjahre 3 Pyramiden, die mit ihrer doch recht unterschiedlichen Form Hinweise darauf geben, dass er das perfekte Grabmal suchte. Die erste seiner Pyramiden ist die Stufenpyramide in Meidum. Später ließ er die nächste Pyramide in Dahschur errichten, da er seinen Sitz dort hin verlegte. Diese Pyramide ist bekannt als die Knickpyramide. Die letzte seiner Pyramiden ist die Rote Pyramide und diese stellt die erste vollendetete Pyramide Ägyptens dar. Allerdings wird die Knickpyramide als erste Pyramide Ägyptens gezählt, obwohl sie nicht perfekt gelungen ist. Snofru ließ seine Pyramide in seinem 15. Regierungsjahr anfangen zu errichten. Er nannte sie Snofru erglänzt und wählte für sie einen noch unbenutzten Ort in Dahschur aus. Es war ein eher weicher und wie er später feststellte nachgiebiger Boden aus Tonschiefer. Die Pyramide hatte eine Länge von 188 Meter und eine Höhe von später noch 105 Meter. Der Neigungswinkel sollte 60° werden, jedoch gab der Boden nach, da der Druck zu groß wurde und der Neigungswinkel musste zwangsläufig auf 54° verringert werden. Dieses Maleur ist auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen. Weiterhin wurde aufgrund eines Fehlers an einem anderen Bauwerk, was ebenfalls mit 54° Neigungswinkel erbaut wurde, aber diverse Platten aus Stein abzurutschen drohten, der Neigungswinkel erneut geändert. Ab einer Höhe von 45 Meter wurde der Neigungswinkel auf 43° erneut verringert. Durch diese wiederholten Verringerung des Neigungswinkels ist der typische Knick der Pyramide entstanden. Außerdem wurden die Platten nun in horizontaler Lage verlegt.Die Baumasse war Kalkstein, was aus dem Umland von Dahschur stammte. Löcher, Lücken oder Ritze wurden mit Geröll zugestopft. Die Pyramide besitzt zwei Eingänge, die beide zu einer Grabkammer führen. Diese Konstruktion wird einmalig im Bau von Pyramiden in Ägypten bleiben. Ein Eingang liegt mittig auf der Nordseite in 12 Meter über dem Boden der Pyramide, von wo aus ein Gang in das Innere der Pyramide führt. Der Gang ist insgesamt 74 Meter lang und führt steil hinunter. Er mündet unterirdisch in eine Vorkammer. Diese ist mit einem Kraggewölbe aus Blöcken von Kalksteinen ausgestattet. Von der Vorkammer aus gelangt man direkt über eine steile schmale Treppe in die Grabkammer, die ebenfalls ein Kraggewölbe besitzt. Die Kammer ist 5x6,3m lang und breit und stattliche 17m hoch. Diese enorme Höhe kommt durch das eingearbeitete Kraggewölbe zustande. Hinter der Grabkammer ist ein vertikaler Schacht gearbeitet, der exakt auf der Achse der Pyramide liegt. Diesen Schacht erreicht man über einen kurzen Gang, der von der Grabkammer abgeht. Wie schon vorher kurz erwähnt besitzt die Pyramide zwei Eingänge.

Der zweite Eingang befindet sich nicht wie der Erste auf der Nordseite, sondern auf der Westseite. Ebenso wie der erste Eingang ist dieser Eingang über dem Boden gearbeitet. In 33 Meter Höhe führt ein Gang in das Innere der Pyramide. Der Gang ist etwa 65 Meter lang und führt ebenfalls abwärts in eine zweite Grabkammer. Diese besitzt die maße von 8x5,3m und eine ebenso stattliche Höhe von 16,5 Meter. Wie man schon erahnen kann ist die zweite Grabkammer genau wie die erste mit einem Kraggewölbe als Decke ausgestattet. Es sind Reste von Balken aus Zedernholz zu erkennen. Wissenschaftler glauben, dass es sich hierbei um Statikproblemen handeln könnte. Beidee Grabkammern sind durch einen sehr grob gearbeiteten Gang miteinander verbunden. Dieser Gang führt von der oberen Grabkammer in die untere Grabkammer und mündet dabei im Kraggewölbe. Außerhalb der Pyramide befindet sich der weitere Grabkomplex, der eine Kapelle, eine Nebenpyramide, einen Aufweg, einen Taltempel und eine Umfassungsmauer beinhaltet. Die Kapelle befindet sich an der östlichen Seite der Königspyramide und beinhaltet zwei gigantische Monolithen aus Kalkstein mit einer Höhe von je 9 Meter. Auf diesen Monolithen sind die Namen des Königs verzeichnet. Im Ägyptischen Museum von Kairo befinden sich einige Überreste dieser Monolithen, die im Garten aufgestellt wurden. Ebenfalls im Grabkomplex enthalten ist eine kleine Nebenpyramide. Diese hat eine Länge von 53m und eine Höhe von 32m. In ihr fand man Räumlichkeiten wie eine Opferstätte und eine Grabkammer. Zwei Stelen sind ebenfalls zu finden. Nach den heutigen Ansichten der Wissenschafler handelt es sich hierbei um eine Kultpyramide und nicht wie geglaubt wurde um die Begräbnisstätte der Gemahlin des Snofru und Königin Hetepheres I. Laut Stadelmann gibt es keine eindeutigen Funde, die auf eine Begräbnisstätte hinweisen könnten. Die Pyramide und der gesamte Komplex wurde von einer Umfassungsmauer aus Kalkstein umsäumt. Ein Aufweg von etwa 700 Meter mit Wänden aus Kalkstein führte hinab zum Taltempel. Der Taltempel ist rechteckig konstruiert und auf der Rückwand sind Statuen des Königs platziert. Es handelt sich hierbei um sechs Statuen, die durch 2x5 rechteckigen Säulen abgegrenzt wurden. Darstellungen zeigen Opferhandlungen zum Gunsten des Königs. Noch im Mittleren Reich wurde Snofru geopfert. Da Snofru insgesamt drei Pyramiden besessen hat, aber nur eine die Rote Pyramide wirklich vollkommen zu sein schien, ist es anzunehmen, dass die Knickpyramide nur als Kenotaph, also als Scheingrab, genutzt wurde. Erstmals wurde sie in den Reiseberichten von Robert Huntington und anderen beschrieben. Perring nahm erstmals Untersuchungen im Jahre 1839 an der Knickpyramide des Snofru vor. Weitere Untersuchungen folgten wie unter anderem unter Lepsius, Petrie und Hussains. Danach untersuchte Ahmad Fachri in den 1950er den Grabkomplex. Zuletzt führte Stadelmann im Jahre 1980 diverse Untersuchungen durch.