Die Pyramide des Amenemhet II

Amenemhet II - Herrscher aus der 12. Dynastie

Amenemhet II ist bekannt als der dritte Herrscher der 12. Dynastie. Seine Regierungszeit beruht auf 31 Jahre, wobei er die ersten Jahre zusammen mit seinem Vater Senusret I regiert haben soll bevor er allein Ägypten regiert hatte. Dies ist jedoch noch ungewiss. Amenemhet II besaß wahrscheinlich zwei Gemahlinen namens Neferu und Keminebu.

Kriegerische Aktivitäten und Handelsbeziehungen sind auf dem Annalenstein verzeichnet, den man in Memphis fand. Ebenso sind einige Handelsbeziehungen in das Ausland im Schatz von Tod verzeichnet. Der Schatz besteht aus etlichen Silberschalen von Kreta oder Syrien.Die Pyramidenanlage des Amenemhet II ist in Dahschur gelegen und wurde 1894/95 von Jacques de Morgan (1857-1924) untersucht. Jacques de Morgan war ein Geologe, Prähistoriker und Archäologe, der den Pyramidenbezirk sehr oberflächig und nicht sorgfältig genug untersuchte. Er liebte es Fundstücke aus Grabanlagen von Prinzessinen den Untersuchungen der Grabanlage des
Amenemhet II vorzuziehen.

Die Pyramide des Amenemhet II ist heute nur noch ein Lehmziegelhaufen und schwer zu rekonstruieren. Ihre Basislänge betrug etwa 50 m, andere Daten wie die ursprüngliche Höhe und der Neigungswinkel sind nicht bekannt. Ob die Pyramide eine Knickpyramide wie die des Snofru war oder es sich um eine Stufenpyramide wie die des Djoser handelt oder eine „normale“ Pyramide ist immer noch umstritten. Fakt ist jedoch, dass es sich hierbei um eine Pyramide handelt, die einen 8-strahligen, sternförmigen Grundriss aus Stein besitzt und mit Sand in den Zwickeln aufgefüllt wurde. Die Pyramide trägt unter anderem den Namen „Weiße Pyramide“, welcher wegen der Verkleidung der Außenfassade mit Turakalstein hergeführt worden sein kann.

Eine große Umfassungsmauer zieht sich um den Pyramidenkomplex und den Totentempel des Amenemhets II, welcher zwei Eingangspylone aufweist. Der Eingang der Pyramide ist durch die Nordkapelle verborgen und befindet sich mittig der Pyramidenbasis gelegen an der Nordseite. Ein absteigender Korridor führt direkt hinter dem Eingang in eine Grabkammer, welche zunächst durch zwei vertikale Platten aus Granit unzugänglich blockiert ist. Ein aus Quarzit gefertigter Sarkophag ist in den Boden der Grabkammer eingelassen. Weitere Angehörige des Königs sind in Gräbern in einem Gebiet zwischen westlichen Flügel und der Westwand der Pyramide bestattet worden (de Morgan 1894/95). Zur Grabausstattung gehören unter anderem Särge aus Holz, Kanopen- und Alabastergefäße sowie diverse Schmuckstücke.