Die Pyramide des Djedkare Asosi

Djedkare Asosi - König der 5. Dynastie

Djedkare Asosi ist der 8. König der 5.Dynastie, Vorgänger des Unas und Nachfolger des Menkauhor und ist um die Zeit von 2.405/2.410 v. Chr. - 2.367/2.380 v. Chr. zeitlich einzuordnen. Seine Regierungszeit ist nicht eindeutig datiert. Nach dem Turiner Papyrus sind es 28 Jahre; nach Manetho 44 Jahre. Für die Zahl 44 spricht die Erwähnung eines „21. Males der zweijährlichen Zählung“ in den Abusir-Papyri. Außerdem wird auf einem Alabastergefäß des Louvre von einem ersten Sedfest berichtet. Für die Zahl 28 spricht ein Graffito aus der Mastaba des Idu in Abusir. Es nennt das 14. Mal der Zählung, was widerrum zweijährlich stattgefunden hat und somit die Zahl 28 entstanden ist. Djedkare Asosi hat vermutlich zwei Töchter besessen Chekeretnebti, die im Alter von 35 Jahren gestorben sein soll und Hedjetnebu, die weniger wissenschaftlich erfasst wurde. Beide Töchter sollen in Mastabas in Abusir-Süd bestattet worden sein, die später von einer tschechoslowakischen Mission entdeckt wurden. Weiterhin soll er neben seinen beiden Töchtern einen Sohn namens Remkwi gehabt haben, der allerdings schon vor dem Thronantritt des Unas verstorben sein soll.Dies ist jedoch nicht eindeutig belegt. Ebenso sind die Belege einer möglichen Königin rar. Es besteht die Vermutung, dass es sich hierbei vielleicht um Meresankh IV handeln könnte. Djedkare Asosi besaß neben seinen Thronamen auch andere Beinamen sowie seinen Geburtsnamen „Asosi“. Allerdings erscheint dieser nicht auf seinen eigenen Denkmälern, sondern in Grabinschriften seines Oberbaumeisters Senedjemib. Dieser war für den gesamten Grabkomplex des Djedkare Asosi verantwortlich. Außenpolitisch gesehen, lassen sich verschiedene Aktivitäten in Form von Inschriften belegen wie z.B.: Wadi Maghara: Inschriften im 6./7. Regierungsjahr und 17./18. Regierungsjahr; in Toschqa Stele in Steinbrüchen; in Nubien Siegelabdrücke aus Buhen, in Tomas, am Oasenweg Dachla-Dungul und in Byblos durch ein Alabastergefäß. Weiterhin bezeugt eine Liste mit fremdländischen Tieren, Städten und Pflanzen, die im Totentempel entdeckt wurde, die außenpolitischen Aktivitäten des Djedkare. Innenpolitisch kam es unter der Herrschaft des Asosi in einigen Punkten zum Wandel. Er errichtete im Gegensatz zu seinen Vorgängern kein Sonnenheiligtum mehr. Beamte in den Provinzen erhielten auf Kosten der Zentralregierung mehr Selbstständigkeit. Die ersten in hieratischer Schrift beschriebenen Papyri aus der Zeit Asosis sind im Tempel von Neferirkare gefunden worden. Sie geben einen Einblick in die Wirtschaft ägyptischer Tempel.

Die Pyramidenanlage

Djedkare errichtete seinen Pyramidenbezirk in Süd-Sakkara. Sakkara ist ein Gebiet von etwa 7,5km Länge und liegt im nördlichen Teil Ägyptens. Dort sind neben Königinnenpyramiden, Satellitenpyramiden, zahlreichen Beamtengräbern und die Schepseskaf-Mastaba auch 11 Königspyramiden ansässig. Eine dieser 11 Königspyramiden ist die des Djedkare, genannt: „Schön ist (die Pyramide des) Asosi“ oder „Asosi ist vollendet“. Die Pyramide wurde auf einen Felssporn über der Mündung des Wadi el-Tafla erbaut, da dieser wahrscheinlich einen geeigneten Hafen zum Transport von Gütern und Steinen abgab. Die Pyramide hat eine Basislänge von 78,75m, eine Höhe von 52,5m und einen Neigungswinkel von 52°. An der Nordseite befindet sich der Eingang in Form einer Kapelle aus Kalkstein. Der Aufweg, der noch nicht ausgegraben ist, führt wahrscheinlich bis in das Dorf Sakkara hinein, so die Vermutung der Wissenschaftler. Der Aufweg mündet zwischen zwei Mauerpylone in den Totentempel, der wahrscheinlich zahlreiche Verzierungen aufweist, aber noch vollends freizulegen ist. Ein Vestibül führt dann zu einem offenen Hof, der mit Palmsäulen aus Granit ausgestattet ist. Beide sind mit Alabaster gepflastert. Vom offenen Hof aus gelangt man von beiden Seiten in den Traverskorridor und von dort aus an beiden Enden über Gänge zu den Magazinen. Die Magazine dienten dazu Vorräte und Gegenstände, die dem König lieb waren, aufzubewahren, um im Jenseits dem König ebenfalls zu dienen.

Ebenfalls von dem Traverskorridor aus gelangt man über eine Tür und einer Treppe in die Standardkammer mit 5 Statuennischen. Die 5 Statuennischen werden nach dem Tod des Königs eine enorme Rolle zugewiesen. Sie verkörpern die 5 Aspekte des Königs. Die mittlere Gestalt verkörpert gewöhnlich den König in der Gestalt des Osiris, die beiden Außenenden verkörpern den König von Ober-und Unterägypten. Bei den beiden restlichen Statuen sind sich die Wissenschaftler hinsichtlich der Bedeutung noch uneinig. Sie dienten dazu die täglichen Riten abzuhalten. Jeden Tag wird die Mundöffnungszeremonie abgehalten, um den König seine 5 Mahlzeiten zu gewährleisten-3 im Himmel und 2 auf Erden. Nach der Standardkammer folgt eine quadratische Vorkammer mit einem Einzelpfeiler. Von dort aus gelangt man in die um die Ecke liegende Opferhalle. Der Innentempel beinhaltet lange schmale Magazine. Zwischen Totentempel und Umfassungsmauer liegen Höfe im Freien, wobei in einem eine Nebenpyramide steht. Über die Bedeutung der Nebenpyramide sind sich die Wissenschaftler noch uneinig, jedoch wird vermutet, dass sie dem „Ka“ des Königs ein Grab geben. Ein anderer Hof könnte zur Schlachtung von Tieren für Opferdarbietungen gedient haben. Ein Korridor aus Granit führt vom Eingang der Pyramide bis zu einer Kammer aus Kalkstein hinab, der drei Fallblockschlitze folgen. Ein weiterer Gang führt zu einer Vorkammer mit den Maßen 4,02m x 3,1m, von der aus östlich gelegen ein Nischenraum in Form von drei Magazinen liegt. Westlich der Vorkammer gelegen liegt die Grabkammer mit den Maßen 7,84m x 3,1m. Die Kammer ist in einem 9m tiefen und offenen Schacht eingelegt und ist überdacht. Die Überdachung erfolgte mittels Dachsparren aus Kalkstein. In der Grabkammer wurden Gewebereste wie Goldgewebe mit Fayenceperlen und Alabasterfragmente gefunden. Der Sarkophag aus Basalt wurde in den Boden eingelassen, ebenso wie die Nischen für die Kanopengefäße, die ursprünglich mit Platten bedeckt gewesen sein mussten, da einige restliche Fragmentstücke dies beweisen. Nordöstlich der Pyramide des Djedkare liegt ein anderer Pyramidenbezirk, der jedoch der Asosi-Pyramide zugehörig ist. Es wird angenommen, dass es sich hierbei um die Grabanlage der Königin handelt, also der Gemahlin des Asosi. Jedoch ist dies weiterhin umstritten. Dieser Grabkomplex besitzt einen eigenen Vestibül, offenen Hof, quadratische Vorkammer, Umfassungsmauer, Opferhalle, Magazine, Kolonadenhof sowie sogar eine eigene Nebenpyramide. Im Großen und Ganzen ist diese Grabanlage eine kleinere Wiedergabe der Pyramide des Asosi. Im Tal wurden Kalkstein- und Lehmziegelmauern entdeckt, die vielleicht einer Pyramidenstadt oder eines Palastes zuzuordnen sind. Weitere Funde sind Kalksteinstatuen von Gefangenen mit auf dem Rücken gefesselten Händen sowie Kälber und Teile einer Sphinx. Der Bauleiter Senedjemib berichtet in seiner Grabanlage von einem Palast namens „Lotusblüte des Asosi“, der eine Größe von 1220 E x 440 E, dies entspricht etwa 640m x 231m, besitzen soll. Dies wäre die Basis der Cheopspyramide und die Umfassung von Djosers Stufenpyramide. Dieser Palast wurde jedoch von den Wissenschaftlern noch nicht entdeckt. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Pyramide des Djedkare samt des Komplexes stark zerstört worden ist und somit wichtige Detailinformationen unwiderruflich verloren gegangen sind.