Die Pyramide des Unas (5.Dynastie)

Es gab viel zu entdecken...

Unas war der letzte König der 5. Dynastie des Alten Reiches in Ägypten und regierte laut Manetho 33 Jahre. Laut dem Turiner Papyrus sind es nur 30 Regierungsjahre. Unas errichtete seine Pyramide wieder in Sakkara und nicht wie üblich in Abusir. Seine Pyramide war die kleinste der bisherigen errichteten Pyramiden der 5. Dynastie. Sie besaß einen Neigungswinkel von 56°, der spitzeste Winkel unter den Pyramiden. Ihre Basislänge betrug 58m und die Höhe 43m. Diese lag südlich neben der Stufenpyramide des Djosers an dessen Graben verlaufend. Die Pyramide des Unas wies Erneuerungen auf, die vorher nicht üblich waren. Eine Erneuerung ist die Gestaltung der Wände der Pyramide. Es treten zum ersten Mal Totensprüche, eine Art Totentext, an den Wänden der Kammern auf. Somit sind mit der Pyramide des Unas erstmals überhaupt Totensprüche in Pyramiden niedergeschrieben worden. Wissenschaftlich untersucht wurde die Pyramide von mehreren Personen. John Shae Perring und Karl Richard Lepsius nahmen die Pyramide als erste Interessierte in Augenschein. Lepsius führte bis dahin eine Pyramidenliste in der er jede neue Entdeckung mit einer Nummer versah und eintrug. Die Pyramide des Unas wurde in seiner Pyramidenliste als Lepsius XXXV eingetragen. Nach Lepsius und Perring wurde Gaston Maspero im Jahre 1881 quf die Unas Pyramide aufmerksam. Zuvor entdeckte Maspero in der Pyramide des Pepi I sowie in der Pyramide des Merenre diverse Pyramidentexte. Die in der Pyramide des Unas befindlichen Pyramidentexte, die Maspero entdeckte, schienen nach seiner Ansicht nach älter zu sein. Tatsächlich sind die Pyramidentexte der Unas Pyramide die Ältesten überhaupt in Ägypten. Die Texte waren im Unterbau der Pyramide angebracht worden. Drei Jahre später in den Jahren 1899 bis 1901 untersuchte Alexandre Barsanti die Pyramide des Unas. Dabei entdeckte er den Totentempel und versuchte diesen freizulegen. Einige Jahre später grub Cecil Mallaby Firth den von Barsanti entdeckten Tempel weiter aus. Seine Ausgrabungen begannen 1929 und endeten 1931, als Firth starb. Seine Nachfolger Jean-Philippe Lauer, Selim Hassan, Zakaria Goneim und Abdul Qader Hussan legten den Tempel schließlich bis 1949 vollständig frei. Es folgten zahlreiche weitere Ausgrabungen an der Pyramide des Unas. Darunter befanden sich die Grabungsversuche von Ahmad Moussa, Audran Labrousse, Jean-Philippe Lauer und Jean Leclant in den 1970er Jahren.Unas errichtete wie schon kurz vorher erwähnt seine Pyramide unmittelbar neben Djosers Pyramide. Bei dem Bau seiner Grabanlage zerstörte Unas die oberirdisch gelegenen Grabanlagen von Hetepsechemui und Ninetjer. Diese waren Könige der 2. Dynastie. Unter der Unas Pyramide befinden sich noch Teile der unterirdischen Grabanlage des Hetepsechemui. Unas verwendete für seine Pyramide Turakalkstein als Verkleidung, die aber ausser einigen Resten nicht gut erhalten geblieben ist. Auf einen der Reste konnten die Wissenschaftler eine Inschrift entdecken. Diese besagt von einer versuchten Restaurierung der Pyramide von Chaemwaset. Chaemwaset war der Sohn Ramses II, einem Pharao der 19. Dynastie des Neuen Reiches. Trotz dieser Bemühungen um den Erhalt der Pyramide ist die Unas Pyramide nicht gut erhalten geblieben. Weiterhin verwendete Unas als Grundsubstanz der Pyramide Kalksteinblöcke, die je höher gebaut wurde stets kleiner wurden. Einige der Blöcke stammten von der Djedkare-Pyramide, unweit die der Unas gelegen. Diese wurden einfach in dem Bau mitverwendet. Insgesamt umfasst die Pyramide sechs Stufen. Der Eingang befindet sich auf der Nordseite, von dem aus ein Gang in das Innere der Pyramide führt. Der Gang führt durch drei Fallblöcke aus Granit in die zentral gelegene Vorkammer. Die Vorkammer ist mit einem Giebeldach ausgestattet, was mit einem Himmelsmotiv in Sternenform bemalt worden ist. Von der Vorkammer gelangt man einmal in die östlich gelegene Drei-Nischen-Kammer und weiterhin in westlicher Richtung gelegen in die Grabkammer. Die Drei- Nischen-Kammer besitzt anders wie die Vorkammer ein flach gearbeitetes Dach. Die Grabkammer hingegen wie die Vorkammer ein Giebeldach mit Sternenverzierung. Die Wände sind teilweise aus Alabaster und Kalkstein gearbeitet. An den Alabasterwänden, die sich im Westen der Grabkammer befinden, ist eine Palastfassade in Form einer Bemalung zu erkennen. An ihr ist auch der Sarkophag gelegen. Der Sarkophag wurde aus Grauwacke hergestellt. Man fand Reste einer Mumie in ihm. Die Überreste dieser Mumie sind im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt und noch nicht eindeutig identifiziert. Es ist also unklar, ob es sich bei diesen Resten um die Reste von Unas handelt. Am Fußende des Sarkophages fand man Kanopengefäße. Die besonderen ältesten Pyramidentexte wurden an den Kalksteinwänden im Eingangskorridor, jedoch nach den Fallblöcken, in der Vorkammer sowie teilweise in der Grabkammer angebracht. Sie umfassen genau 228 Sprüche und sind mit blauer Farbe hervorgehoben. Ein besonderer Spruch ist der Spruch 273/274 auch Kannibalenspruch genannt. Es ist der Spruch die Himmelfahrt des Unas, in der Unas in Himmel emporsteigt und göttliche Wesen verschlingt um dessen Macht sich anzueignen. Der Pyramidenbezirk besteht wie üblich nicht nur aus der Königspyramide. Weiterhin umfasst der Bezirk einen Totentempel, einen Nordtempel, eine Kultpyramide sowie eine Umfassungsmauer. Eine Königinnenpyramide ist wahrscheinlich innerhalb der Umfassungsmauer nicht erbaut worden. Jedoch sind außerhalb der Umfassungsmauer Könniginnengräber und Schiffsgräber gefunden worden. Außerdem sind Aufweg und Taltempel ebenso außerhalb gelegen. Eine kleine Kapelle ist im Norden der Pyramide unmittelbar am Eingang gelegen. Sie wurde jedoch fast vollständig zerstört. Eine Kultpyramide befindet sich im Südosten der Pyramide. Sie besitzt eine Länge von 11,5m, eine Höhe von 11,5m sowie einen Neigungswinkel von 63°. Ebenso wie bei der Königspyramide befindet sich der Eingang im Norden. Ein Gang führt zu einer Kammer in TForm. Die Bedeutung der Pyramide ist unklar, da keine Funde von Bestattungsresten oder Reste von Mumien gefunden wurden. Es sind nur noch einige Überreste der Pyramide erhalten geblieben. Der Oberteil der Pyramide ist stark zerstört worden. Weiterhin im Grabkomplex des Unas enthalten ist der Totentempel. Dieser ist ähnlich dem des Djedkare gestaltet worden. Vom Aufweg her kommend, führt ein Eingang aus Rosengranit in die Eingangshalle, die mit Alabaster als Bodenverzierung ausgelegt wurde. Von dort aus gelangt man in eine offene Säulenhalle, die umringt wird von 18 Palmsäulen. Allesamt wurden aus Rosengranit gearbeitet. Jedoch ist keine an dem Ort erhalten geblieben. Einige befinden sich in Ägyptischen Museen wie Kairo oder auch im Louvre wieder. Auch Tanis besitzt ein Exemplar. Die Inschriften bezeugen diverse Gottheiten wie Horus und die Namen des Unas. Von der Säulenhalle aus gelangt man in von beiden Seiten her in Magazine, die meist als Lagerräume gebraucht wurden. Die Könniginnengräber außerhalb der Umfassungsmauer nördlich des Totentempels gelegen sind in Form von einer Mastaba angelegt. In ihr wurden die beiden Gemahlinnen Nebet und Chenut bestattet. Die Gräber der Mastaba besitzen ungefähr die gleichen Maße-die Maße von 49 Meter in der Länge, 22 Meter in der Breite sowie ungefähr 4 Meter in der Höhe. Ebenfalls außerhalb der Umfassungsmauer gelegen ist der etwa 720 Meter enorm lange Aufweg, der einer mit der längsten darstellt. Er besitzt in seiner Konstruktion viel Füllmaterial von anderen Pyramiden, die zuvor erbaut worden sind. Ein Beispiel dafür sind Teile der Umfassungsmauer des Djoser, die als Trittsteine oder zum Löcher im Boden stopfen verwendet wurden. Auch vor Gräbern wurde nicht halt gemacht. So wurden die Gräber von Chnumhetep und Nianchchnum als Bausubstanz für den Aufweg mitverwendet. Dieser macht durch starke Bodenunebenheiten zwei Knicke in seiner Laufbahn bevor er überdacht in den Totentempel mündet. Im Inneren des Aufweges fanden sich Bemalungen und Reliefs von Jagd-und Kriegsszenen, sowie zahlreiche Darstellungen von Gefangenen und Hungersnöten der Eingeborenen. Die Reliefs sind teilweise stark zerstört. Die erwähnten Schiffsgruben außerhalb der Umfassungsmauer und südlich des Aufwegs gelegen, beinhalteten zwei Barken von je 45 Meter Länge, die jedoch nicht erhalten geblieben sind. Den Grabkomplex konnte man durch den Schiffsweg erreichen, an dessen Hafen sich der Taltempel befindet. Dieser ist allerdings wegen diversen Steinraub der nachfolgenden Generationen nicht erhalten geblieben.