Bibliotheca Alexandrina

Alt und neu: die Bibliothek in Alexandria

Alexandria: Die zweitgrößte Stadt Ägyptens ist Heimat eines ganz eigenen, mediterranen Flairs, eines antiken Weltwunders – des Leuchtturm von Pharos – und einer weiteren Stätte von geradezu weltgeschichtlicher Bedeutung: Der Bibliothek.Schon im Altertum sprach man in gebildeten Kreisen respektvoll von ihr als dem Hort des Wissens der Welt. Man schätzt heute, dass sie in ihrer Blütezeit etwa 750.000 Buchrollen beherbergte, was etwa 150.000 heutigen wissenschaftlichen Werken entspricht. Ihre hoch angesehenen Vorsteher schufen kritische Textausgaben griechischer Autoren, die bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben; sie beschäftigten sich mit allen Bereichen von Kunst und Wissenschaft und auch mit der Literatur anderer Völker. Die Ursprünge der Bibliothek liegen im Pharaonenreich, Ptolemäus I. gilt als ihr Gründer im dritten vorchristlichen Jahrhundert. Gemeinsam mit dem Niedergang des Ptolemäerreiches um 50 v. Chr. begann die Auflösung der Bibliothek, endgültig zerstört wurde sie wohl im vierten Jahrhundert n. Chr.!

Dann legte sich Schweigen über den Ort, kein Stein blieb von ihr übrig, selbst ihre genaue Lage in der Stadt geriet in Vergessenheit. Heute vermutet man, dass sie sich im Nordosten, im küstennahen Residenzviertel befunden hat.
Die neue Bibliotheca Alexandrina von aussen.
Die Neue Bibiliothek von der Rückseite. Hier links im Bild können Sie Ihre Eintrittskarte kaufen.
Die Bibliothek von innen.
1987 entwickelte die UNESCO die Idee, in Alexandria eine neue ‚Weltbibliothek’ zu errichten. Am 16. Oktober 2002 wurde an der Corniche, etwa 500 m östlich des zentralen Platzes Midan Saad Zaghlul, die „Bibliotheca Alexandrina“ eröffnet. Der moderne Bau entstand nach den Plänen eines norwegischen Architektenbüros, das sich damit gegen über 500 Mitbewerber durchsetzte. Hinter einer Fassade aus Glas und Assuan-Granit, den Schrift- und anderen Zeichen aus 120 unterschiedlichen Kulturen zieren, öffnet sich dem Besucher auf 45.000 qm eine Welt des modernen Wissens. Mit aktuell ca. 500.000 Büchern ist der Bestand des historischen Vorbilds bereits weit übertroffen, er soll sich in Zukunft aber noch verzehnfachen. Neben gedrucktem Wissen, zugänglich an fast 2000 Lese- und etwa 300 Computerplätzen, beherbergt die Bibliothek auch ein Internet-Archiv, ein Konferenz- und Wissenschaftszentrum und ein Planetarium. Das Eintrittsticket berechtigt auch zum Besuch eines Kunst- und Filmmuseums und einer Sammlung historischer Landkarten und Fotos. Das angeschlossene Manuskript- und das Wissenschaftsmuseum sind ebenfalls sehenswert, kosten jedoch gesondert Eintritt.