Tempel von Amada

Ein bischen hier von, ein bischen davon...

Der Tempel von Amada liegt wie der Name schon sagt in einem Gebiet namens Amada. Amada liegt am Westufer des Nils etwa 230km südlich von Assuan und 205km südlich von Philae. Die Ursprünge des Tempels gehen wahrscheinlich in die 12. Dynastie zurück, genau genommen zur Herrschaft des Senwosret III (Sesostris III). Er errichtete ein Heiligtum, welches später von den Königen der 18. Dynastie Thutmosis III und Amenhotep II aus dem Neuen Reich umgebaut wurde. Sie verwendeten das erbaute Heiligtum von Senwosret III als Tempel für Amun-Re und Re- Harachte. Zur Vollendung kam der Tempel unter der Herrschaft des Thutmosis IV. Er ließ den bis dahin erbauten Vorhof zu einer Säulenhalle umbauen. Sethos I errichtete einen Pylon als Tempelabschluss, der in der umgebenen Mauer mit integriert war. Als Räumlichkeiten im Inneren des Tempels befanden sich ein Raum mit einem Opfertisch und zwei Kammern mit Kultbilder. Die Dekoration der Wände und Säulen wurde sorgfältig ausgeführt und lassen sich in zwei Register unterteilen, in denen Re-Harachte und Amun abwechselnd von den jeweiligen Königen verehrt werden. Der Gott Amun wurde von Echnaton komplett von den Wänden abgeschlagen. Nach der Herrschaft des Echnaton versuchten die nachfolgenden Könige, Sethos I und Ramses II die ausgemerzten Amunabbildungen wieder zu rekonstruieren, was ihnen aber in der Präzision und der Detailgenauigkeit gegenüber der Originale anscheinend nicht gelang. Die verwendeten Farben sind teilweise noch gut erhalten. Abbildungen von Re in seinen Erscheinungsformen sind dominierend an den Wänden ausgearbeitet. Weiterhin lassen sich Abbildungen und Inschriften von Siptah, Tausret und Sethos II finden sowie von einigen ausländischen Personen, wahrscheinlich kuschitische Prinzen.Nach der pharaonischen Zeit ließen einige koptische, nubische und auch griechische Besucher ihre Initialen , den sogenannten Graffitis in und am Tempel abbilden. In der Zeit des Christentums wurde der Tempel zu einer christlichen Kirche umgebaut, wobei die Säulenhalle ein kuppelförmiges Dach erhalten hat. Sämtliche Abbildungen der vorchristlichen Zeit wurden mit christlichen Motiven übermalt. Frederic Louis Norden beschrieb im Jahr 1738 die Malereien des Tempels. Außerhalb des Tempels führte wahrscheinlich eine Rampe vom Nil bis zum Tempeleingang. Diese bestand hauptsächlich aus ungebrannten Ziegeln. Durch den Bau des Assuan-Staudammes musste der Tempel in Folge drohender Überschwemmung abgebaut und etwa 3km weiter westlich an einem höher gelegenen Ort erneut aufgebaut werden.