Tempel von Wadi el Sebua

Tempel im "Tal der Löwen"

Der Tempel von Wadi es Sebua, (Tal der Löwen) auch Wadi as-Subu genannt, liegt wie die meisten Tempel in Nubien am Westufer des Nils, etwa 200 km südlich der Stadt Assuan. Die Ursprünge gehen auf Amenhotep III (Amenophis III), der Vater des berühmten Echnaton (Amenhotep IV) aus der 18. Dynastie des Neuen Reiches.zurück. Er erbaute eine kleine Felskapelle zu Ehren von Horus. Später baute Ramses II in unmittelbarer Nähe einen gewaltigen Tempel von etwa 110 m Länge, den er den Gottheiten Re-Harachte, Amun-Re und sich selbst weihte. Dieser war nur einer der sieben Tempel, die er in Nubien errichten ließ. Ein gigantischer Aufweg führte von der Andockstelle der Schiffe zum Eingang des Tempels. Der Aufweg führte durch zwei Pylone hindurch und wurde umsäumt von 8 Paaren der Königs-Sphingen. Er mündet in den Eingang des Tempels und dem 1. Hof. In diesem standen zwei Sphingen mit Doppelkrone, die am 2. Pylon des Tempels ebenso abgebildet waren.Erstmalig wurden in der Erbauung eines Tempels drei Pylone verwendet. Die ersten beiden Pylone wurden jedoch nur aus Lehmziegel errichtet, welche schon stark beschädigt sind. Vom ersten Hof aus gelangt man in den zweiten Hof, in dem zwei Paar Falken-Sphingen standen. Vom zweiten Hof gelangt man anschließend in den dritten Hof, in dem fünf Paar Pfeiler aus Königsstatuen gearbeitet errichtet wurden. Am dritten Pylon sind vier gigantische Königsstatuen abgebildet. Vom dritten Hof aus gelangt man in den Pfeilersaal, in dem drei weitere Königsstatuen-Pfeiler standen. Der gesamte Tempelkomplex einschließlich des Pfeilersaals wurden außerhalb des Felsens errichtet. Erst ab dem nachfolgenden Opfertisch-Raum wurde im Fels gearbeitet. Diese Errichtungsform nennt man Hemispeos, wo das Sanktuarium im Felsen errichtet wird und die restlichen Teile des Tempels außerhalb des Felsens gearbeitet werden. Dem Opfertisch-Raum anschließend folgten drei Kultbild-Räume oder auch Kapellen bis zum Sanktuarium. Die Dekorationen der Pylone und Wände des Tempels sind meißt im Relief gearbeitet. Die Reliefs wurden eher grob und unpräzise gearbeitet. Diese Arbeitsweise wird provinziell (E. Brunner-Traut und D. Arnold) genannt. Durch die Erbauung des Assuan- Staudammes musste der Tempel 1964 von seinem ursprünglichen Ort abgebaut und etwa 2-4 km westlich erneut aufgebaut werden.