Abu Simbel

Der große Tempel von Ramses II. in Abu Simbel

Der Ramses Tempel in Abu Simbel.
Ganz groß: die kolossalen Statuen von Ramses II..
Das aller Heiligsten im Innern des Ramses Tempels.
Der Nebentempel von Ramses Lieblingsgemahlin Nefertari.
Alle Bilder zu Abu Simbel
Abu Simbel
Vor dem Eingang ließ sich Ramses selbst in vier mächtigen Statuen verewigen. Am Geburtstag und am Krönungstag des Pharaos wurde auch aus dem Stand der Sonne eine Huldigung an den Herrscher. Das spektakuläre Ereignis können Besucher auch dieses Jahr wieder am 22. Oktober bestaunen: Bei Sonnenaufgang fällt Licht in das Heiligtum, sechzig Meter tief in das Innere des Tempels. Drei der vier dort aufgestellten Götterstatuen leuchten dann im Sonnenlicht, nur die Statue des altägyptischen Totengottes bleibt stets im Dunkeln. Eindrucksvoll ist auch die Pfeilerhalle. Diesen Raum betritt man, bevor man in das Heiligtum gelangt: Die Wände der Halle sind verziert mit bildlichen Darstellungen bedeutender Schlachten; eindrucksvoll erschlägt der König seine Feinde. Beim Bau des Assuan-Staudamms in den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstand der Nasser-Stausee und Abu Simbel drohte die Überflutung. Deutsche Ingenieure zerteilten den Tempel daraufhin in über tausend Einzelteile und bauten ihn 180 Meter weiter südlich und 64 Meter höher wieder auf. Durch die Versetzung des Tempels verschob sich das Sonnenphänomen, ursprünglich am 21. Februar und am 21. Oktober, nur um genau einen Tag nach hinten.
Abu Simbel liegt in Unternubien und bezeichnet einen Ort an dem Pharao Ramses II seinen Felstempel errichten ließ. Es ist möglich den Tempel mit dem Bus oder dem Flugzeug zu erreichen. Die beiden Tempel wurden direkt in den Fels eingehauen und Räumlichkeiten ausgearbeitet. Der Name des Tempels lautet: „Pr-ramssw-Mrj-Imn“, übersetzt lautet es etwa so: „Haus des Ramses geliebt von Amun“. Den Eingang des Tempels zieren vier kolossale Sitzstatuen des Ramses II, wobei die Statue links aussen am besten erhalten ist. Inschriften der vier Sitzstatuen tragen jeweils die Namen: „Ramses, Sonne der Herrscher“, „Ramses, der Geliebte des Amun“, „Ramses, der Geliebte des Atum“ und Ramses, Herrscher der Beiden Länder“. Über dem Eingang des Tempels befindet sich aus der Fassade herausgearbeitet der Sonnengott Re-Harachte dem dieser Tempel ursprünglich gewidmet ist. Re-Harachte besitzt als Merkmal die Sonnenscheibe, die auf dem Kopf platziert ist, sowie in der rechten Hand das wsr-Zeichen-den Machtzepter und in der linken Hand die Göttin Maat. Zusammen mit diesen Merkmalen bildet Re-Harachte den Thronnamen des Ramses II, der wie folgt lautet: „User Maat Re“.

Im Jahre 1813 entdeckte Ludwig Borchardt oberhalb des Tempeleingangs einen Fries, der aus Affenfiguren bestand. 5 Jahre später grub Belzoni den Tempel aus. Der Tempel führte etwa 60m in den Fels hinein und bestand aus einer angrenzenden großen Halle mit 2x4 Statuenpfeilern des Ramses II. Danach folgte eine Halle mit 4 Pfeilern, die sogenannte 4- Pfeilerhalle, eine Querhalle und einige Nebenräume. Am Ende des Tempels findet sich das Sanktuar, das Allerheiligste eines Tempels. Im Sanktuar sind Götterfiguren des Horus, Ramses II, Ptah und des Amun-Re platziert. Zwei mal im Jahr kann man ein interessantes und aufregendes Schauspiel miterleben. Genau am 20. Februar und am 20. Oktober scheint die Sonne bis in das Sanktuar hinein und lässt die Götterfiguren leuchten. Grund dafür ist die darauf perfekt abgestimmte Tempelachse, die so ausgerichtet wurde, dass die Strahlen der Sonne an diesen zwei Tagen im Jahr bis zum Sanktuar vordringen können. Die Wände des Tempels sind mit Kriegsszenen dekoriert. Sie zeigen unter anderem die Schlacht von Kadesch, Kriege gegen die Hethiter, Syrier, Nubier und auch Lybier, in denen Ramses laut Wandmalerei stets als Sieger hervorgeht. Das das nicht immer der Wahrheit entsprach kann man aus dem bekannten Beispiel der Schlacht von Kadesch entnehmen. Diese fand im fünften Regierungsjahr des Ramses II statt und wurde in Kadesch am Orontes Fluss im westlichen Syrien ausgetragen. Der Gegner war Muwatalli, der König der Hethiter. Ramses II stellte die größte Armee auf, die es bis dahin in der ägyptischen Geschichte gegeben hatte. Sie bestand aus etwa 20.000 Kriegern, darunter leichte und demnach wendige Streitwagen und Fußtruppen. Muwatalli hingegen stellte etwa 35.000 Krieger, darunter wie Ramses II auch Streitwagen,, aber in schwererer und unlenkigerer Ausführung. Ebenfalls wie Ramses II auch stellte Muwatalli Fußtruppen. Durch eine List konnte Muwatalli das erste Heer von Ramses II überraschend angreifen und niederschlagen. Im weiteren Verlauf der Schlacht wurde das nächste Heer, in dem sich auch Ramses II befand geschlagen und Ramses eingekreist. Durch das Hinzukommen der letzten beiden Heere des Ramses, welche bei Beginn der Schlacht etwa 30 km entfernt waren und somit nicht eingreifen konnte, wurde Muwatalli überwältigt und zurückgedrängt.Ramses II sammelte seine Truppen und floh zurück nach Ägypten, wo er sich dort als Sieger feiern ließ. Darstellungen der Schlacht von Kadesch sind wie schon erwähnt unter anderem in dem Tempel von Abu Simbel ausgearbeitet. Der Tempel wurde durch die Gefahr von Überschwemmungen vom ursprünglichen Ort entfernt und einige Meter weiter weg neu aufgebaut.