Tempel von Beit-el-Wali

Der Felsentempel des Ramses II

Beit el-Wali bezeichnet einen Ort, an dem König Ramses II einen Felstempel errichten ließ. Beit-el-Wali liegt am Westufer des Nils etwa 60 km südlich von Assuan entfernt. Der Tempel wurde in den ersten Regierungsjahren des Ramses II errichtet und zeigt nicht die typischen charakteristischen Merkmale eines nubischen Tempels. Den Eingang schmückte ein Pylon, von dem man in einen Vorhof im Inneren des Tempels gelangt. Da der Vorhof im Inneren des Tempels lag, musste dieser mit einem Tonnengewölbe überdeckt werden, da der Fels nicht stark genug zu sein schien und eventuell sich lösen konnte. Vom Vorhof aus gelangt man in den Opfertischraum. Dieser besaß zwei Pfeiler, welche als Stützpfeiler für den Raum fungierten. Anschließend folgt das Heiligtum, das Sanktuar. Der Tempel diente, wie viele andere Tempel auch, dem kultischen Zweck, das heißt zur Verehrung bestimmter Götter. Außerdem diente ein Tempel meist dazu dem verehrten Gott ein “Haus” zu geben. Der Felstempel des Ramses II wurde mitunter für die Götter Amun-Re, Re- Harachte, Chnum, Anuket und sich selbst errichtet. Inschriften sowie Dekorationen zeigen Abbildungen von syrischen und afrikanischen kriegerischen Auseinandersetzungen in Form von Feldzügen. Das Relief war dabei die häufigste verwendete Darstellungsvariante.In der Zeit des Christentums wurde der Tempel zu einer Kirche umgebaut. Es sind koptische Kreuze erkennbar, die in den Felstempel eingemeißelt wurden. Außerdem ist ein Rundbogen erkennbar, der sich im mittleren Durchgang befindet, der wahrscheinlich nicht aus der Zeit des Ramses II stammt und von Wissenschaftlern in die christliche Zeit datiert wird. Bunte christliche Motive an den Wänden schützen die überdeckten Farben und die Reliefs aus der Zeit des Ramses II Der Tempel wurde wie viele andere Tempel auch durch den Bau des Assuanstaudammes abgebaut und neben dem Kalabscha-Tempel wieder neu errichtet.